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10:16 31.08.2018
Von Jörg Meyer
Bloßer „Bühnenglitter“ war noch nie Ulla Meineckes Sache, und so verzeiht man ihr sofort, dass sie statt in solchem im herbstlichen Mantel auftritt. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Der erste Eindruck

Bloßer „Bühnenglitter“ war noch nie Ulla Meineckes Sache, und so verzeiht man ihr sofort, dass sie statt in solchem im herbstlichen Mantel auftritt. Mit den ersten Tönen vom Opener „Geh’ mir aus dem Licht“ verzieht sich dann auch der Regen, und „Schlendern ist Luxus“ an diesem „Abend wie Seide“.

Das Programm:

So seidig samten ist auch Meineckes Stimme. Man könnte auch sagen, erotisch, wenn sie die „Süßen Sünden“ vom vor 35 Jahren erschienenen Erfolgsalbum „Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig“ zitiert. Darin geht’s um den ewigen (Liebes-) Kampf zwischen Macho-Mann und emanzipierter starker Frau, ein Thema so zeitlos wie Meineckes Faible für Mark Twains Helden Tom Sawyer und Huck Finn. Flugs sitzen wir mit Ingos Bluesharp und Reinmars Country-Piano am Mississippi statt am Bootshafen, und fragen uns mit Ulla „Wer will schon Becky Thatcher sein?“. Nein, Prinzessin wollte sie nie sein, „eher der staubige Reiter“. Der ist sie auch, wenn sie Tom Petty huldigt. Manches ist eben ewig, obwohl es das nicht bleiben muss. Mit „Das war schon immer so, doch wer will, dass das wahr bleibt?“ nimmt Meinecke die die Ewiggestrigen von AfD & Co. auf’s Korn. Sie ist eben immer noch die „Tänzerin im Sturm“ – der Hit kommt als reich beklatschte Zugabe.

Was in Erinnerung bleibt:

Was möglich ist, „wenn zwei zueinander passen“, besingt Ulla Meinecke im gleichnamigen Song. Hier sind es drei hervorragende Musiker, und wenn Ingo York mit Gitarre in der zweiten Zugabe vor Meinecke kniet, dann wird nicht nur das Liebeslied, mit dem sie einst ihren Mentor Udo Lindenberg betörte, zur Erinnerung, die „wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig“ bleibt.

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