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Kultur 200. Mozart-Konzert: Hölle und Himmel
Nachrichten Kultur 200. Mozart-Konzert: Hölle und Himmel
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17:20 11.02.2019
Der SanktNikolaiChor mit den Kieler Philharmonikern unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Volkmar Zehner im 200. Mozart-Konzert der Musikfreunde Kiel. Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

Wie Rainer Kraatz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der veranstaltenden Musikfreunde Kiel, betonte, war dieser Konzertreihe bisher eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte beschieden, die es dem Verein ermöglichte, ohne öffentliche Zuschüsse Hochkarätiges zu präsentieren.

Sonores "Ave verum", jugendfrischer Mendelssohn

Kirchenmusikdirektor Volkmar Zehner hatte für diesen Anlass neben dem Requiem (in der bewährten Süßmayr-Fassung) auch Mozarts späte Motette Ave verum corpus und Mendelssohns jugendfrische Streichersinfonie Nr.6 Es-Dur ins Programm genommen. Sie wurde vom Philharmonischen Orchesters Kiel mit vitaler Agilität und fein abgestimmter Homogenität serviert. Der ausgewogen besetzte Sankt Nikolai Chor versah alsdann das populäre Ave verum mit klanglicher Sonorität.

Forsch fieberndes Requiem

Das Requiem gingen Zehner und die Seinen forsch und frei von jeglicher romantischen Träne an: die Tempi gerieten durchweg straff, manchesmal fast zu hurtig, was der Textverständlichkeit und einer lichten Durchhörbarkeit im Wege stand. So entwickelt sich das Kyrie eleison zur furiosen Fugato-Jagd, das ohnehin schon furchterregende Dies irae ähnelte einem Pandämonium Dantischer Prägung, der Confutatis-Abschnitt raste mit kantigen Akzentuierungen in den musikalisch imaginierten Höllenschlund. Gegenpole wurden im Lacrymosa gesetzt, wenn tränenüberströmtes Pianissimo in epischer Ruhe vom hochkonzentrierten Chor zum grandiosen Fortissimo gesteigert wurde oder das Sanctus emphatisch zum fiebernden Jubelchor mutierte.

Schönstimmiges Solistenquartett

Das junge Solistenquartett zeigte sich diesem Interpretationsansatz schönstimmig gewachsen: Fiorella Hincapié (Alt), Vigdis Unsgård (Sopran), Ivan Scherbatyh (Bass) und Leonardo Cortellazzi (Tenor).

Von Detlef Bielefeld

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