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Kultur Volksbühne Kiel: Gala mit feinen Kostproben der neuen Saison
Nachrichten Kultur Volksbühne Kiel: Gala mit feinen Kostproben der neuen Saison
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18:24 07.09.2009
Kiel

Tenor Fred Hoffmann stellt in der Szene des Davids aus dem 1. Aufzug der Meistersinger die komödiantische Note der Oper heraus, indem er im Singen über die schwere Kunst des Singens elegant die verschiedenen Klangregister vom Schmettern bis zum „zarten Rosenton“ vorführt. Auch der Opernchor scheint gut gerüstet für die neue Spielzeit, ist doch das Forte der Chorfanfare aus dem 3. Aufzug, „Wacht auf!“, ein knalliger Weckruf, der ins Mark geht.

Für die Rolle des Bösewichts Mephistopheles in Gounods Faust hat Kevin Thompson, der aus Washington an die Förde kommt, den genau passenden „schwarzen Bass“. Ein Hühne nicht nur an Körpergröße, sondern auch an sonorer und dennoch weicher Stimmkraft, für dessen Deutschlanddebüt es bei der Volksbühnengala die ersten Bravos des Abends gibt. Ebenso für Gweneth-Ann Jeffers, die in Verdis Aida erstmals zur Spielzeiteröffnung Ende September die Titelpartie singt. Zusammen mit dem Tenor Sung Kyu Park als Radames gibt sie der Aida eine zarte und doch zugleich herrschende Stimme und modelliert feinste seelische Zwischentöne heraus.

Mit Händels Julius Cäsar unter der Leitung der in historischer Aufführungspraxis versierten Bettina Rohrbeck, die dem Orchester einen hoch differenzierten und durchsichtigen Klang entlockt, steht auch wieder die Pflege der Barockoper auf dem Spielplan. Freuen darf man sich darin auf den hell leuchtenden Bass Kyung-Sik Woos als Achillas, nunmehr festes Mitglied im Ensemble. Ebenso auf Michael Müller, dessen kecker und komödiantisch spielfreudiger Tenor für die Hexe in Humperdincks Hänsel und Gretel (Wiederaufnahme) eingesetzt wird.

Die Wiener Mezzosopranistin Amira Elmadfa, die über Karlsruhe nach Kiel kam, entfaltet als Dorabella in Mozarts Così fan tutte auch die bitterbösen Untertöne des reigenhaften Liebesspiels. Yoonki Baek, den Kielern schon als Gast im Rosenkavalier bekannt, konnte aus Osnabrück fest ins hiesige Ensemble geholt werden und zeigt als Camille in Lehárs Lustiger Witwe eine Kostprobe seines warmen lyrischen Tenors und erntet dafür nach einer Steigerung ins Forte laute Bravos.

www.theater-kiel.de

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