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Kultur Oper startet in die neue Spielzeit
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11:15 09.09.2018
Von Thomas Richter
Bergitte Unsgard ist neu im Ensemble der Oper Kiel. Quelle: Theater Kiel
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Kiel

Recht hat er. Denn unter der Leitung und Moderation von Generalmusikdirektor Georg Fritzsch präsentierten internationale Gäste, bewährte und neue Ensemblemitglieder sowie die Chöre und das Philharmonische Orchester des Theaters Kiel wieder einen aufregenden Vorgeschmack auf das, was in dieser Saison auf dem Spielplan des Opernhauses steht.

Eröffnet wurde der Abend mit Stücken aus der wohl meist gespielten Doppeloper der Musikliteratur: Der Bajazzo von Ruggero Leoncavallo und Cavalleria Rusticana von Pietro Mascagni. Die pathetisch schönen Melodien, für die Komponisten beinahe so etwas wie One-Hit-Wonder, schafften es nicht nur in jedes Klassik-Wunschkonzert, sondern auch auf die große Kinoleinwand. Da allerdings meistens im Zusammenhang mit Mafia- oder Gangsterfilmen. An der Seite von Agnieszka Hauser war im zauberhaften Liebesduett aus dem „Bajazzo“ Sihao Hu zu hören, der das Opernensemble als Gast in der Rolle des Silvio verstärken wird.  

Exklusives zum Matrosenaufstand 

Italienisch ging es weiter. Und zwar mit einer Uraufführung. Der Neo-Romantiker Marco Tutino komponierte exklusiv für die Oper Kiel zum Matrosenaufstand von 1918 das Werk Falscher Verrat, aus dem Wir liegen erschöpft (Chor der Matrosen) und Betrug! Verrat! Betrug (Chor der Huren) zu Gehör gebracht wurden. Elegisch schöne Klängen zum Niederknien.

Augenzwinkernd läutete Fritzsch mit Ausschnitten aus Stephen Sondheims berühmten Schauermärchen-Musical Sweeney Todd und Gioachino Rossinis Der Barbier von Sevilla den thematischen Saison-Schwerpunkt „Das Handwerk des Friseurs“ ein. Passend dazu machte der GMD noch einmal auf die Versteigerung des gerahmten Scherenschnitts der Künstlerin Bettina Günst zugunsten der Konzertsaal-Sanierung des Kieler Schlosses aufmerksam. Das erste Gebot freilich kam von ihm selbst, „1200 Euro, zurzeit ist es meins...“.

Neue Ensemblemitglieder

Als neues, festes Ensemble-Mitglied glänzte der russische Bass Ivan Scherbatyh mit La calunnia, der Arie des Don Basilio aus dem „Barbier“. Nach Musik aus Richard Strauss' Die Frau ohne Schatten und Die Stumme von Portici von Daniel François Esprit Auber stellte sich die norwegische Sopranistin Viğdis Bergitte Unsgård dem Kieler Publikum erstmals vor. Das neue Ensemblemitglied brillierte neben Tatia Jibladze mit dem von historischen Instrumenten begleiteten Duett Pur ti miro aus Claudio Monteverdis letztem großem erhaltenen Werk "Die Krönung der Poppea" (1642). Der gigantische „Osterchor“ aus Cavalleria Rusticana bildete den formidablen Abschluss einer Gala, bei der sich am Pult Georg Fritzsch, Daniel Carlberg, Moritz Caffier, Lam Tran Dinh und Yura Yang den Taktstock in die Hand gaben.   

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