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Kultur Ein schillernder Magnet an der Elbe
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16:09 11.01.2019
Von Konrad Bockemühl
Schillernde Attraktion in Hamburg: Die Elbphilharmonie wurde vor zwei Jahren eröffnet. Quelle: Christian Charisius
Hamburg

Concert-Business as usual: Tags darauf ist das Programm am Sonnabend im Kieler Schloss zu hören. (Achten Sie da mal auf den Elphi-Effekt: Das ist, wenn Sie alle Musiker nach dem Konzert von hinten sehen, weil Sie sich nun stets rundum verbeugen).

Allemal lockt das Ambiente

Es ist ja nicht so, dass die schöne Elphi alle Konzertorte um Hamburg herum abgehängt hätte. Im Gegenteil, in Kiel wie in Lübeck hat man einen Pakt geschlossen mit dem Star an der Elbe. Um mal hören zu lassen, wie denn die jeweiligen städtischen Philharmoniker in der neuen Hülle klingen. Gut! Aber, wie tröstlich, so viel besser als in MuK oder Schloss nun auch wieder nicht. Das faszinierende Ambiente freilich, das lockt immer mal wieder in Hamburgs Architekturikone.

Gefühlt waren schon alle Musikergrößen da

Und damit verbunden strahlende Namen. Gefühlt, waren sie alle schon da, die großen Orchester, inklusive der Big Five aus den Staaten, die großen Dirigenten, von Eminenzen wie Haitink oder Dohnányi bis zu jungen Wilden wie Currentzis und Dudamel – nicht zu vergessen Krzysztof Urbanski, der sich zwischen Thomas Hengelbrock und Alan Gilbert schon lange emanzipiert hat. Im Gästebuch schwärmt Cecilia Bartoli: „Fantastica“, oder Yo-Yo Ma: „What an incredible Hall“. Sie sollten’s wissen. Dass viele andere (Pult-)Stars gern wieder kommen, ebenso wie das Publikum, das ist nach den langjährigen Irrungen und Wirrungen des Werdens im heutigen Sein eine beruhigende Konstante für Intendant Christoph Lieben-Seutter.

1,76 Millionen Besucher hörten die Konzerte

Egal, ob es nun die zweit- oder zwanzigbeste Akustik der Welt ist. Wichtiger scheint, dass die Hamburger, die dafür ja auch teuer (789 Millionen Euro) zahlen mussten, ihren neuen Konzertsaal mehr als nur angenommen haben. Aktuell gezählt, bevölkerten die Plaza inzwischen 8,5 Millionen Besucher. 1,76 Millionen hörten in nunmehr zwei Jahren 778 Konzerte im Großen und 504 Konzerte in Kleinen Saal sowie 104 im Kaistudio. Dort wird hinter den massiven Sockelwänden wertvolle Basisarbeit geleistet, während es oben weit schillernder zugeht. 778 Konzerte im Großen Saal – das sind binnen zwei Jahren rechnerisch mehr als jeden Tag eins.

Unbemerkt, übersehen und unerhört bleibt hier nichts

Diesen Zahlen mag man mit Ehrfurcht begegnen, dem Saal hingegen nicht. Phänomenal, wie es unübersehbar ein Haus für alle Hamburger geworden ist. Ungezwungen, ja leider auch mal hemmungslos – aber Achtung: Unbemerkt, übersehen und unerhört bleibt hier nichts. Auch wenn am „Weinberg“ die coole Akustik mit ihrer bestechenden Transparenz mittlerweile ein wenig „erwärmt“ erscheint – irgendwie abgeklärter, vielleicht auch nur vertrauter.

Immer neue Aus- und Ein-Blickwinkel

Es wird noch dauern, bis jeder, der weiter drauf drängt, mal drin war – um dann gern wiederzukommen: beste Voraussetzung, die frische Mischung des vielseitigen Programms zu erhalten. So bleibt es spannend, das attraktive Geburtstagskind mit seiner magnetischen Anziehungskraft immer wieder neu zu entdecken - und wenn es nur die unbekannten Aus- und Ein-Blickwinkel sind, deren Reize sich bei jedem Besuch neu eröffnen.

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