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Kultur Was Baumkünstler John Meyer für Gottorf malte
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19:52 17.05.2009
Gottorf

Das Baum-Motiv, das der 66-Jährige Meyer nun gestern der Öffentlichkeit in Gottorf vorstellte, weist dann auch tatsächlich viele Elemente seiner magisch-realistischen Spielart auf. Ein Paar ist zu sehen. In einem Wald. Gelehnt an einen Baum. Dunkeltonig, schwermütig, aber auch erotisch aufgeladen wirkt die Atmosphäre. Körper finden zueinander. Der Moment vor dem Kuss? Nicht alles wirkt wie Annäherung, auch Distanz ist im Spiel.

„Meine Bilder erzählen Geschichten, offene Geschichten. Es sind Narrationen ohne sicheres Deutungsmuster und ohne Anfang und Ende“, sagt Meyer. Als Vorbild nennt er den Film mit seiner sequenziellen Technik. Meyer greift diese bewusst auf und malt in der Regel ebenfalls in Sequenzen. Mehrere leicht voneinander abweichende Bilder schildern dann wie Videofolgen den Fortgang einer Geschichte, schaffen Wendungen und Akzente.

Dass Meyer für Gottorf lediglich ein Bild malen konnte, sei auch eine Zeitfrage gewesen. Doch auch hier wird der Betrachter einmal mehr typischerweise zum „leicht voyeuristischen Beobachter eines Geschehens“. Meyer: „Ein Mann und eine Frau allein in einem Wald - das hat von vornherein eine erotische Dimension.“ Es ist übrigens sein erstes „Outdoor-Bild“. Bisher spielten sich ähnliche Paarszenen immer in geschlossenen Räumlichkeiten ab. Eine Auswahl davon ist nun noch bis zum 19. Juli auf Schloss Gottorf zu sehen. Es ist erst die zweite Ausstellung des Kapstädters in Deutschland.

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf. Bis 19. Juli, täglich 10-18 Uhr. www.schloss-gottorf.de

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