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Kultur Wäre nur Platz zum Tanzen gewesen
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08:39 24.07.2018
Von Dieter Hanisch
Yxalag aus Lübeck gaben ein Konzert im bestens gefüllten „Lutterbeker“. Quelle: Dieter Hanisch
Lutterbek

Die ehemaligen Musikhochschüler aus Lübeck bilden schon zehn Jahre die Band Yxalag, was „der Kranich“ bedeutet. Dieser graziöse Vogel mit der symbolischen Umschreibung für Glück, Erhabenheit und Langlebigkeit spiegelt sich auch in dem Septett, das sich der jüdischen Musik aus Osteuropa verschrieben hat, dort aber nicht Halt macht, sondern geschickt Elemente des Jazz und andere weltmusikalische Einflüsse integriert.

Die dritte Stippvisite im „Lutterbeker“ hat für ein volles Haus gesorgt. Der Trip durch eine jiddische Gefühlswelt ist ein steter Wechsel zwischen Moll und Dur. Melancholische und zum Teil düstere Klangfarben werden abgelöst von freudigen Melodiebögen, die immer wieder zum Mitklatschen einladen und eigentlich auch zum Tanzen, was wegen der räumlichen Enge dann aber nicht passiert und lediglich mitwippende Füße hinterlässt. Ein Streicher-Trio und Posaune wie Klarinette begeben sich in Dialoge und beziehen mit Finesse Gitarre und Kontrabass in ihre Konservation mit ein. Und immer bleiben passende Momente für Soli, also musikalische Monologe.

Am Ende vieler wunderbarer Instrumentalstücke aus ihrem nunmehr vierten Album begibt sich Mastermind Jakob Lakner (Klarinette, Bassklarinette, Saxofon, Darbuka) sogar noch ans Gesangsmikro. Tosender Applaus ist allen gewiss. Drei Zugaben sind das Dankeschön der Künstler, die mit dem spirituellen Shalom im siebenfachen A-capella-Gesang als Kanon angelegt, bei dem viele Besucher mit einstimmen, ihren Bühnenabgang vollziehen. Eine Stimme aus dem Publikum stellt am Ende treffend fest: „Die hatten ganz schön ´was auf dem Kasten!“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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