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Zauberwald im Opernhaus

Hänsel und Gretel Zauberwald im Opernhaus

Es gibt Hänsel und Gretel, die sich im Wald verlaufen, die fiese Hexe, die im Kessel rührt, und auch das Knusperhäuschen.Ansonsten aber ist vieles neu in dem Weihnachtsmärchen, dass Annika Hartmann und Jens Paulsen auf Basis des Grimm’schen Märchenklassikers für das Theater Kiel geschrieben haben.

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Die Arbeit am Weihnachtsmärchen ist auch für Musikerin Bettina Rohrbeck und Regisseur Jan Steinbach immer etwas Besonderes.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel.. „Ich weiß schon jetzt, dass ich es vermissen werde, wenn es vorbei ist“, sagt Steinbach. „Beim Weihnachtsmärchen steckt man in einem eigenen Kosmos.“ Und die Arbeit daran ist für den Regisseur, der in Kiel bereits Alice im Wunderland und Die Schneekönigin in Szene setzte, etwas, das aus dem Theateralltag herausfällt. „Beim Weihnachtsmärchen erlaube ich mir von vornherein viel mehr", sagt er, "und das wirkt sehr befreiend.“ Dazu gehört auch, mit den Schauspielern herumzualbern, um den Figuren nahezukommen. „Deswegen mache ich ja eigentlich Theater“, schmunzelt Steinbach, der mit Tom Lanoyes Festung Europa in Bremerhaven auf ganz anderen theatralen Planeten unterwegs war und demnächst in Wilhelmshaven Molières Menschenfeind inszeniert. „Weil wir da einen Raum eröffnen, in dem alles möglich ist.“

Anders als bei den Brüdern Grimm, hat die Hexe in Kiel keineswegs die Absicht, die Kinder zu essen. Stattdessen lässt sie die Fantasie verschwinden. Die Geschichte konnte sich Jan Steinbach sofort vorstellen: „Da steckt Grusel drin wie im Zauberwald – und gleichzeitig viel Situationskomik und Witz in den diversen schrulligen Typen.“ Und dass hier die Welten aufeinanderprallen, Menschen und Fantasiefiguren zusammentreffen, ist im Märchen sowieso selbstverständlich.“

„Gewöhnlich“, sagt auch Bettina Rohrbeck, „ist die Arbeit am Weihnachtsmärchen nie.“ Die Kapellmeisterin an der Kieler Oper hat schon für einige Weihnachtsmärchen den Soundtrack erdacht und eingespielt. Irgendwo zwischen Pop und Filmmusik ordnet sie den Klang von Hänsel und Gretel ein – und hat Bezüge zu Humperdincks gleichnamiger Märchenoper dabei gleich außen vor gelassen: „Aber sonst stecken viele Stile drin.“ Eine Lieblingsfigur hat die Musikerin dabei auch: "Ich freue mich, wenn der sprechende Fliegenpilz auftaucht. Der ist einfach urkomisch.“

Premiere Sonnabend, 17.30 Uhr, im Opernhaus. Restkarten Tel. 0431/901901, www.theater-kiel.de

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