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Kultur Zwei Bühnen voll besetzt
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21:09 11.05.2016
Von Thorben Bull
Showgirls tanzen zum Swing: Das Allmand Chaoten Orchester besticht nicht nur mit Musik. Quelle: Manuel Weber

Da die 38-köpfige Gruppe aus Stuttgart gar nicht komplett auf die Bühne in der Kieler Räucherei passt, sitzt das Publikum ausnahmsweise mal auf der Bühne und schaut auf die Treppen, auf denen die Band sitzt und spielt. So sind gleich zwei Bühnen voll besetzt.

Mit Gonna Fly Now, der oscarprämierten Melodie zu der „Rocky“-Filmreihe, als Opener geht es opulent und vielversprechend los. Die Bläser füllen auch beim folgenden Jazz-Stück Blue Skies von Ella Fitzgerald und dem Swing-Klassiker It Don’t Mean A Thing den Raum aus und es zeigt, wohin die Reise geht. Die studentische Show-Big Band der Uni Stuttgart deckt ein weites Spektrum ab. Neben Big Band Standards über Latin, Jazz und Swing bis hin zu Funk und Rocksongs soll noch so einiges folgen.

 Doch es ist nicht nur die Musik, die zu bestechen weiß. Showgirls tanzen zum Swing, ein Gorilla spielt ein Saxofon-Solo, ein Zauberer zieht einen BH aus einem Sax-Korpus und kassiert eine Backpfeife. Derart pfiffig und temporeich geht es bei der Verfolgungsjagd der Blues Brothers durch einen Kommissar weiter. Dazu passen die launigen Ansagen und die Erklärung, was es mit ihren Markenzeichen, den roten Latzhosen, auf sich hat: Wer die Träger baumeln lässt, ist für den unterirdischen Durchgangsbahnhof im Rahmen des Projektes Stuttgart 21, wer sie hochschnallt dagegen.

 Nachdem das Lachen im Saal verhallt ist, werden mit dem „nägschten Stück“, der Jazz-Komposition Jumpin At The Woodside, die süddeutschen Wurzeln aufgezeigt. Zur Musik duellieren sich Jungs und Mädels im Watschentanz, natürlich wieder mit eingestreuten Gags. Präsentiert wird das Ganze absichtlich etwas tollpatschig, was wiederum glänzend zur lockeren und sympathischen Attitüde der Stuttgarter passt, die jederzeit Gehörgang und Zwerchfell kitzeln.

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