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Medien 12-Jährige streamt Suizid bei Facebook
Nachrichten Medien 12-Jährige streamt Suizid bei Facebook
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14:04 13.01.2017
Gefahren des Internets: In den USA hat eine 12-Jährige ihren Suizid live bei Facebook gestreamt. Quelle: dpa
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Los Angeles

42 Minuten dauert das Video, auf dem die junge Amerikanerin auch das Motiv für ihre Verzweiflungstat nennt: Sie sei von einem Familienmitglied sexuell und körperlich missbraucht worden.

Zwar wurde das Video kurze Zeit später von ihrer Facebook-Seite gelöscht, in den sozialen Netzwerken wird es trotzdem weiter verbreitet. Alle Bemühungen sowohl der Polizei als auch der Eltern, das zu stoppen, verliefen bislang erfolglos. Von Seiten der Polizei heißt es: „Das ist gesetzlich nicht möglich“. Gleichzeitig riefen die Behörden Internetnutzer dazu auf, die Verbreitung zu stoppen, denn es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Nachfolgetaten komme.

Der Werther-Effekt – die große Gefahr

Tatsächlich gibt es einen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass bestimmte Formen der Berichterstattung über Suizide zu Nachahmungsreaktionen führen, oftmals bei jenen Menschen, die sich mit der beschriebenen Situation besonders identifizieren können. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang vom Werther-Effekt. Ein prominentes Beispiel etwa war der Suizid des Ex-96ers Robert Enke im Jahr 2009. Der Torwart hatte sich auf den Bahngleisen unweit seines Heimatortes das Leben genommen. Untersuchungen der Uni Mainz nach, hatte es in den ersten vier Wochen nach Enkes Tod 133 Suizide mehr in Deutschland gegeben, als es laut Statistik für diesen Zeitraum zu erwarten gewesen wäre – schwerpunktmäßig auf den Bahnstrecken des Landes.

Ermittlungen zu den Hintergründen laufen noch

Der Suizid der zwölfjährigen Amerikanerin ist dennoch von öffentlicher Relevanz – eben, weil er öffentlich geschah. Das Video von ihrem Suizid geistert bis heute noch durch das Netz. Das Internet vergisst eben nicht – und gerade derart grausame Publikationen finden dort eine große Aufmerksamkeit. Trotz vielfacher Anstrengungen lassen sie sich kaum aus dem Netz entfernen. Bereits am Tag vor ihrem Tod soll die Zwölfjährige auf ihrem Online-Tagebuch ihren Stiefvater beschuldigt haben, sie mit einem Gürtel geschlagen zu haben.

Im Selbstmord-Video ist zu sehen, wie sie die Vorbereitungen trifft und sich danach mit einem „Goodbye“ verabschiedet. Danach ist endlos lange 21 Minuten zu sehen, wie das Mädchen tot im Baum hängt, bis schließlich aus dem Hintergrund ein Stimme zu hören ist, die ihren Namen ruft.

Polizei und Notarzt, die Minuten später eintreffen, können nichts mehr für sie tun. Die Ermittlungen der Polizei zu den Hintergründen laufen noch.

Haben Sie Suizidgedanken? Dann wenden Sie sich bitte an folgende Rufnummern:

Telefon-Hotline (kostenfrei, 24 h), auch Auskunft über lokale Hilfsdienste:

0800 - 111 0 111 (ev.)

0800 - 111 0 222 (rk.)

0800 - 111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)

Email: unter www.telefonseelsorge.de

Von RND/sin/caro

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