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Medien Ab in die Cloud: Online-Datenspeicher im Vergleich
Nachrichten Medien Ab in die Cloud: Online-Datenspeicher im Vergleich
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09:52 07.11.2018
Mittels Cloud lassen sich nicht nur die Daten auf dem Smartphone bequem sichern. Quelle: Andrea Warnecke/dpa
Hannover

Die Cloud: Für viele Nutzer hat sie das Leben erleichtert. Es gibt kaum jemanden, der Disketten, Magnetbänder oder selbst gebrannte, bald schon zerkratze CDs vermisst, um auf ihnen wichtige persönliche Dokumente zu sichern.

Statt Bilder, Videos, Musik oder Texte auf einem Gerät abzuspeichern, wandern sie inzwischen in die Cloud. Das entlastet, zumal die Apps und Anwendungen die Online-Datensicherung meist fast von allein abwickeln. Die Daten werden in den Rechenzentren der Anbieter hinterlegt und sind dort jederzeit abrufbar – sofern es einen Internetzugang gibt. Das hilft, Dateien auf verschiedenen Geräten aktuell zu halten. Egal, ob der Nutzer vom Rechner zuhause aus, auf der Arbeit oder über ein mobiles Gerät darauf zugreift.

Die mobile Technik hat auch dafür gesorgt, dass viele Nutzer – vielleicht unbewusst und ungenutzt – bereits über eine Cloud-Lösung verfügen: Wer sich für seinen Android-Gerät einen Google-Account einrichtet, hat Zugriff auf Google Drive. Apple-Nutzer haben die iCloud, wer einen Windows-Rechner hochfährt, hat darauf meist OneDrive vorinstalliert.

Doch was ist, wenn der Cloud-Speicher rar wird und selbst die virtuelle Festplatte nicht mehr ausreicht? Viele der Anbieter haben Bezahlmodelle für weiteren Speicherplatz. Welche gibt es und was bekommen die Nutzer für ihr Geld – einen Überblick haben wir in dieser Bildergalerie zusammengestellt:

Datenspeicherdienste, sogenannte Clouds, bieten online so viel Platz wie kein USB-Stick es kann. Doch welcher Dienst eignet sich am besten für Privatnutzer? Zehn Anbieter im Vergleich:

Das Problem aller Cloud-Anbieter: Die Sicherheit

Der Grundkonflikt: die Sicherheit. Sowohl die Übertragung als auch die Speicherung von Daten kann angegriffen werden. Egal, wie gut ein Verschlüsselungsverfahren ist, es werden immer wieder neue Wege gefunden, es zu knacken. Neben dieser Gefahr von „außen“ sollten Nutzer von Clouds auch im Hinterkopf behalten, dass sie ihre Daten anderen zur Verfügung stellen, die wie die Google-Mutter Alphabet letztlich davon zehren, diese zu sammeln.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt daher, sensible Daten selbst zu verschlüsseln, bevor sie in der Cloud landen. Mit Packprogrammen wie 7-Zip oder auch eigener Verschlüsslungssoftware wie TrueCrypt oder GNU Privacy Guard sei dies problemlos möglich.

Aus Google Drive wird Google One

Mit dem neuen Namen gibt es das Doppelte an Platz: Aus Google wird künftig Google One. Die Umstellung, die in den USA bereits erfolgt ist, hat für die Nutzer den Nebeneffekt, dass sie mitunter für die gleichen Preise mehr Speicherplatz erhalten. Bei der laut Google beliebtesten Variante seines bezahlten Cloud-Speichers gibt es dann zwei statt einem Terabyte für 9,99 Euro. Für 100 Gigabyte werden weiterhin 1,99 Euro fällig, bislang nicht angeboten hat Google den nächsthöheren Schritt auf 200 Gigabyte für 2,99 Euro pro Monat. Für Privatnutzer kaum interessante noch größere Datenvolumen bot Google bisher bis zu 30 Terabyte an. Mit Google One neu eingeführt wird, dass sich bis zu fünf weitere Nutzer den direkten Zugriff auf den Bezahlspeicher teilen können.

Interessant ist Google auch wegen seiner integrierten Office-Anwendung Google Docs. Diese steht auch Nutzern zur Verfügung, die den kostenlosen Speicherplatz von 15 Gigabyte nutzen.

Microsoft OneDrive: Speicher satt für das mobile Office

Auch Microsoft bündelt seine Office-Anwendungen mit dem hauseigenen Cloud-Speicher und nennt dies Premiumfunktionen. Wer 69 Euro pro Jahr (oder 7 Euro monatlich) in OneDrive investiert, bekommt hier nicht nur ein Terabyte Speicher, sondern auch Office 365. Enthalten sind Word, Excel, PowerPoint und OneNote. Diese funktionieren plattformübergreifend auch auf dem Smartphone, Tablet oder Computer.

Auch an Besitzer mehrer Geräte oder Teams hat Microsoft gedacht: Für 99 Euro im Jahr oder 10 Euro im Monat können fünf Benutzer auf je ein Terabyte und die Office-Anwendungen zugreifen. Wer lediglich mehr Speicher braucht, bekommt für zwei Euro im Monat 50 Gigabyte statt den kostenlosen fünf Gigabyte, die Microsoft standardmäßig pro Account anbietet.

iCloud: Datensicherung für’s iPhone leicht gemacht

Wie bei Konkurrent Microsoft gibt es auch bei Apple fünf Gigabyte kostenlos. Auch diese sind nicht iPhone, iPad, iPod touch oder einem Mac vorbehalten. Selbst von einem Windows-Rechner lässt sich auf die iCloud zugreifen. Wem dieser Speicher nicht ausreicht, kann für 99 Cent monatlich auf 50 GB aufstocken. 200 Gigabyte gibt es wie bei Smartphone-Konkurrent Google für 2,99 Euro und zwei Terabyte für 9,99 Euro. Diese lassen sich ebenfalls mit anderen Nutzern teilen.

Neben Platz für Fotos, Videos und Dateien trägt auch Apples Speicherlösung dem Rechnung, dass Menschen nicht mehr an einem Bildschirm auf ihre Daten zugreifen wollen. Lesezeichen, Kontakte, E-Mails und Termine lassen sich auch hier geräteunabhängig ablegen. Dazu wird etwa Microsofts Outlook unterstützt, auch andere Apps, Plug-Ins und Add-Ons können auf den Cloudspeicher zugreifen. Daneben bietet das iCloud-Backup eine nützliche Funktion, um den Datenverlust, wenn ein Gerät zu Bruch oder verloren geht, klein zu halten.

Samsung: Datensicherheit auch hier für mobile Geräte

Vor allem für das Wiederherstellen von Daten und Einstellungen auf einem vorhandenen oder neuen Gerät bietet auch Samsung an. Anfangsvolumen variieren hier nach Land und Anbieter. Wenn der Speicher knapp wird, bieten auch die Südkoreaner Aufstockung für eine monatliche Rate an: 50 Gigabyte gibt es für 99 US-Cent monatlich, 200 Gigabyte für 2,99 US-Dollar. Was passiert im Falle des Falles? Laut Samsung bleibt vom Layout des Startbildschirms bis hin zu den Apps und den Einstellungen für Alarme und WLAN alles auf einem wiederhergestellten oder ersetzten Gerät so erhalten, wie es eingestellt war.

Amazon Drive: Unbegrenzter Platz für Fotos

So wie Mobilfunk-Dienstleister ihre Kunden mit Cloudangeboten an sich binden, macht dies auch der Versandhandelsriese Amazon. So erhält jeder Kunde kostenfrei fünf Gigabyte Speicherplatz für Fotos und Videos. Amazon Prime-Mitglieder und Besitzer von Amazon-Fire-Geräten erhalten zusätzlich zu den fünf Gigabyte Speicherplatz, der allen Kunden bereitsteht, Zugang zu unbegrenztem Fotospeicherplatz. Eine Prime-Mitgliedschaft kostet 69 Euro im Jahr oder 7,99 Euro monatlich.

Für Fotos gibt es ihn noch, aber generell unbegrenzten Speicherplatz für Daten, dieses Angebot bietet Amazon nicht mehr. Dafür können Amazon-Kunden mit bis zu 30 Terabyte ihren Speicherbedarf decken. Für Privatanwender dürften die Tarife bis zu zwei Terabyte interesant sein: 100 Gigabyte kosten für eine Laufzeit von einem Jahr 19,99 Euro bei Amazon. Ein Terabyte schlägt mit 99,99 Euro und zwei Terabyte schlagen mit 199,98 pro Jahr zu Buche.

Die Oberflächen der Online-Speicherdienste ähneln sich: Wie hier bei Amazon Drive sind sie meist eher funktional gehalten. Quelle: Manuel Niemann

Magenta Cloud: Datensicherheit made in Germany

Das Angebot der Telekom wirbt mit seinem Serverstandort Deutschland, einer gesicherten Datenübertragung und Tüv-geprüfter Cloud-Sicherheit. Diese gibt es für Nicht-Telekom-Kunden: Zehn Gigabyte freien Speicher gibt es auch für Interessenten ohne Telekom-Vertrag. 25 Gigabyte für den, der einen Telekom-Anschluss hat.

Ab 1,95 Euro gibt es auch hier mehr Speicher: 50 Gigabyte. 100 Gigabyte kosten 4,95 Euro und ein Terabyte 9,95 Euro. Diese haben jeweils eine Mindestvertragszeit von drei Monaten.

Weitere deutsche Cloud-Anbieter: 1&1 Ionos und Strato

Rechenzentren in Deutschland, die den ISO-Standard 27001 erfüllen und damit sicher gegen den Zugriff Dritter seien: Damit werben sowohl 1&1 Iosnos wie auch Strato für ihre HiDrive-Onlinespeicher. Beide bieten sie die Speicher mit 100 oder 250 Gigabyte sowie mit einem und zwei Terabyte Speicher an. Die Preise liegen hier bei einem bis zu 20 Euro für das niedrigste und größte Volumen.

Strato verlangt hier meist eine Einrichtungsgebühr von 10 Euro, gibt dafür aber auch Rabatt, wer sich auf ein Jahr Vertragslaufzeit festlegt. Am 1&1-Ionos-Angebot fällt im Gegenzug auf, dass ab 250 Gigabyte bereits mehr Nutzer sich das Volumen teilen können. Auf zwei Terabyte können demnach zehn Nutzer zugreifen.

Arash Ferdowsi (links) und Drew Houston sind die Gründer von Dropbox. Hier sind sie beim Börsengang des Unternehmens zu sehen. Die Aktien der Firma aus San Francisco werden seit März 2018 an der New Yorker Technologie-Börse Nasdaq gehandelt. Quelle: Richard Drew/AP/dpa

Dropbox: Unkomplizierter Austausch von Dateien und Ideen

2007 wurde Dropbox von zwei amerikanischen Studenten gegründet, die eine einfache Idee hatten, die allen Cloud-Diensten gemein ist: Mit Dropbox ist es möglich, ohne die oft begrenzten E-Mail-Anhänge oder USB-Sticks größere Dateien problemlos auszutauschen.

Besonderes Augenmerk legt Dropbox inzwischen auf kreatives Zusammenarbeiten: Im Dropbox Paper können Ideen gesammelt und in der eigentlichen Box Dateien wie gewohnt abgelegt werden. Diese können auch für andere Nutzer freigegeben werden. Zwei Gigabyte stehen dafür kostenlos bereit. Wem das nicht genügt, kann auch bei Dropbox zusätzlichen Speicher kaufen: Für Privatanwender gibt es die digitale Ablagebox für 9,99 Euro monatlich mit einem Terabyte, für 19,99 pro Monat mit zwei Terabyte Speicher.

Neben Apps für mobile Geräte und für den Windows- oder Mac-Rechner bietet Dropbox zudem auch über Linux einen Zugriff an.

Mega: 50 Gigabyte für lau

Desktopanwendungen für Windows, Mac und Linux bietet auch der Datenspeicherdienst Mega an. Zusätzlich im Angebot ist noch eine Synchronisierungssoftware und Mobile Apps. Wer die installiert und Freunde wirbt, kann auf einen kostenlosen Speicher von bis zu 50 Gigabyte zugreifen.

Mehr gibt es für monatliche Aufpreise, hier Pro-Status genannt. Hierbei ist Mega seine Filesharing-Vergangenheit anzumerken: Je nach Tarif gibt es nicht nur Speicher in der Cloud, sondern auch ein sogenanntes Transfervolumen. Das misst die Datenmenge, die zwischen Mega und einem System in einem Monat übertragen wurde. Das heißt, wer oft größere Dateien in seinem Bestand wechselt, muss das im Auge behalten. Für 4,99 pro Monat bekommen Nutzer 200 Gigabyte Speicher und ein Terabyte Transfer. Ein, vier und acht Terabyte Speicher gibt es für 9,99 Euro, 19,99 Euro und 29,99 Euro im Monat. Jeweils die doppelte Mengen (zwei, acht und 16 Terabyte) können dabei im Datenverkehr monatlich auflaufen.

Mega wirbt mit einer durchgehenden Verschlüsselung, die laut Unternehmen selbst Mitarbeiter der Firma nicht auslesen können, sondern nur die Nutzer. Damit widerspricht sie einem ihrer Gründer: Kim Dotcom, der den Dienst Anfang 2013 in Neuseeland mitgestartete hatte, äußerte nach seinem Ausstieg Sicherheitsbedenken.

Von RND/Manuel Niemann

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