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Nachrichten Medien Experten entwickeln Ethik-Richtlinien für Algorithmen
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18:07 07.03.2019
Algorithmen werden immer alltäglicher – und sollen laut einer Expertengruppe jetzt auch nach ethischen Standards entwickelt werden. Quelle: Mohssen Assanimoghad/dpa
Berlin

Sie heißen Algo.Rules und sollen dafür sorgen, dass Algorithmen nach möglichst ethischen Standards entwickelt werden können: Eine Expertengruppe hat am Donnerstag Empfehlungen vorgestellt, wie Algorithmen sicherer, transparenter und fairer werden können. Die Fachleute aus der Bertelsmann-Stiftung und dem Think Tank „iRights.Lab“ stellten die neun Regeln in Berlin vor, die sich einerseits an Entwickler oder Programmierer richten und aber auch den gesamtgesellschaftlichen Diskurs voranbringen sollen.

Mit dem Wort Algorithmus wird eine Reihe von Anweisungen bezeichnet, die in Computersystemen Schritt für Schritt ausgeführt werden, um ein Problem zu lösen oder eine Aufgabe zu bewältigen.

Algorithmen sind vom Menschen gemacht“

Algorithmen sind vom Menschen gemacht, sie fallen nicht vom Himmel“, sagte Ex-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), die an der Initiative mitwirkt. „Wir müssen bestehende gesellschaftliche Normen mit ins digitale Zeitalter nehmen. Dazu brauchen wir Regeln für all jene, die mit Algorithmen arbeiten, sie entwerfen oder anwenden“, ergänzte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung.

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In den neuen Empfehlungen geht es etwa um Transparenz und Sicherheit. So heißt eine Regel „Kennzeichnung durchführen“. Das bedeutet, dass beispielsweise Computerstimmen als solche gekennzeichnet sind. Mit „Nachvollziehbarkeit sicherstellen“ soll klargemacht werden, was die Grundlage des algorithmischen Systems ist und welche Informationen eingespeist wurden. Und der Punkt „Beherrschbarkeit absichern“ impliziert, dass der Mensch jederzeit die Kontrolle über die Maschine behält. „Das gilt besonders für selbstlernende Systeme“, hieß es.

18 Prozent der Unternehmen nutzen Algorithmen im Personalmanagement

Algorithmen treffen zunehmend Entscheidungen, die die Menschen konkret im Alltag betreffen. Sie lotsen uns durch den Straßenverkehr. Sie empfehlen uns im Netz Produkte und entscheiden, was wir hören oder lesen sollen. Sie helfen aber auch Banken bei der Kreditvergabe oder Ärzten bei der Diagnose von Kranken. Bereits 18 Prozent der Unternehmen nutzen laut einer Bertelsmann-Umfrage Algorithmen im Personalmanagement, die dort etwa Bewerbungen nach bestimmten Kriterien scannten.

Mit Algo.Rules solle gezeigt werden, „wie Lösungen aus der Gesellschaft heraus und damit unabhängig vom politischen Gesetzgebungsprozess entstehen können“, erklärte Leutheusser-Schnarrenberger. Wie geht es nun weiter? Die Initiatoren hoffen auf einen regen Austausch mit Politikern, mit Programmierern und Führungskräften sowie auf einen lebendigen gesellschaftlichen Diskurs. Es handle sich zwar nur um eine Art Selbstverpflichtung. Aber: „Unverbindliche Regeln können auch eine Verbindlichkeit schaffen.“

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Von RND/dpa

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