Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Medien Klassiker als Serie – Spuk in Hill House
Nachrichten Medien Klassiker als Serie – Spuk in Hill House
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 21.09.2018
Hier sind Geister am Werk: Das Hill House terrorisiert seine Bewohner und die Zuschauer gleich mit. Quelle: Foto: Netflix
Hannover

„Irgendetwas ist bei uns“, sagte Eleanor, dann sagte sie noch: „Das Haus, es ist lebendig“. Und mit diesen Worten schaltete Robert Wises „Bis das Blut gefriert“ alias „The Haunting“ (1963) dann vom ersten in den vierten Gang, lief noch einige Sekunden untertourig, und – eh man sich versah – war man fest in Geisterhand.

Robert Wise drehte das Original zwischen zwei Musikfilmen

Wise drehte den Genrefilm zwischen seinen großen Musikfilmen „West Side Story“ (1961) und „Meine Lieder, meine Träume“ (1965). Die liebenswerte, mausgraue Jungfer Eleanor (Julie Harris) geriet in dem Film in den Bann geisterhafter Geschehnisse, die dann ein Parapsychologe in Hill House dingfest machen wollte. Nur Jack Claytons „Schloss des Schreckens“ von 1961 steht über diesem Genreklassiker, und auch wenn in einigen Dialogen, vor allem in Harris’ sprechendem Gewissen, heute der Muff von 55 Jahren sitzt, schlägt Wises Mix aus Humor und Horror immer noch die meisten Geisterfilme der Gegenwart.

Grund für Netflix, daraus eine Serie zu stricken. Zumal Horror im Fernsehen boomt. „Spuk in Hill House“ reiht sich ab 12. Oktober ein in die vielen erfolgreichen Serien aus der Twilight Zone – von „Stranger Things“ bis „The Terror“, von „Dark“ bis „American Horror Story“.

Mike Flanagan versammelt eine stattliche Anzahl von Gruselmotiven

Natürlich möchte man aus der Masse herausstechen wie weiland Wise’ Film. Entsprechend lässt man den Inhalt im Dunkeln, schickt einen Trailer los, der den Betrachter mit allerhand Horrormotiven bewirft – von der erwachenden Toten im Obduktionssaal bis hin zu den unheimlichen Frauengestalten mit langem schwarzen Haar wie sie das japanische Geisterkino kennt.

Wie das Original basiert auch die Serie auf dem Schauerroman von Shirley Jackson aus den Fünfzigerjahren. Erzählt wird von fünf erwachsenen Geschwistern, die in einem der bekanntesten Spukhäuser aufgewachsen sind. Die von unheimlichen Erscheinungen durchwirkte Kindheit hat sie schwer geprägt, eine Tragödie führt sie erneut zusammen. Das Gebäude, in dem sie sich ihrer Vergangenheit stellen, wirkt schon tagsüber reichlich bedrohlich. Wer wohl diesmal den beunruhigenden Gedanken in Worte fassen wird, das Haus sei ein Lebewesen?

In den Hauptrollen der zehn Episoden umfassenden ersten Staffel sind Michiel Huisman (drei Staffeln lang der Daario Naharis aus „Game of Thrones“) und Timothy Hutton zu sehen. Regisseur Mike Flanagan, der zurzeit die Verfilmung des Stephen-King-Romans „Doctor Sleep“ vorbereitet, ist auf übernatürliche Stoffe abonniert. Kein Wunder, stammt er doch aus der amerikanischen Hexenjagd-Stadt Salem.

Von Matthias Halbig / RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Amazons sprechende Echo-Lautsprecher mit der Assistentin Alexa an Bord waren nur der erste Schritt. Jetzt wird eine Vision für ein Zuhause erkennbar, in dem Dutzende Alexa-Geräte miteinander vernetzt sind. Dazu gehört eine sprechende Mikrowelle, die Popcorn bestellt.

21.09.2018

Falls man wissen will, welches Bier Alexa gern trinkt, dann kann man das demnächst in Erfahrung bringen. Denn Amazon will seinem Home-Assistenten mehr Persönlichkeit geben.

20.09.2018

Müssen Sharehoster für Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer geradestehen? Der Bundesgerichtshof will dies nicht selbst entscheiden – und hat an die EU-Kollegen in Luxemburg verwiesen.

20.09.2018