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12:06 24.01.2018
Ekel-Prüfung: Matthias Mangiapane und Natascha Ochsenknecht in der fünften Folge. Quelle: MG RTL D / Stefan Menne
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Murwillumbah

2018 ist das Jahr, in dem den Machern von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ die, nun ja, Stars, endgültig ausgegangen sind. Stattdessen wimmern sich Gestalten durch die Staffel, deren Namen man selbst mit dem besten Gedächtnistrainer nicht drauf haben kann.

David, Daniele und Kattia heißen die, bestechen wechselweise durch nichts (männlich) oder durch eine Riesen-Oberweite (weiblich). Und über die wird sich dann auch dementsprechend ausgelassen. Wie eine Gruppe Pfadfinder um ein Sexheftchen scharen sich die männlichen Insassen des Camps um die vielfältig vertretenen Silikonen zum Fachplausch über Kissen, fertige, stehende oder eben nicht stehende Oberweiten. Das kann man lustig finden, muss man aber nicht – genauso wenig wie die verbale Blutgrätsche des „Weißen Brasilianers“ Ansgar Brinkmann, der die Fachdebatte folgendermaßen zusammenfasst: „Ich schaue immer erst auf den Charakter.“

Genau der ist allerdings Mangelware im Camp. Sidney Youngblood, in die Jahre gekommenes Four-Hit-Wonder der späten 1980er, lässt gern Tränen sprechen. Tina York („Wir lassen uns das Singen nicht verbieten“, 1974) spielt, bisher leidlich erfolgreich, die Karte Aussitzen bzw. -liegen und erregt in der Dschungelrunde dadurch Aufsehen, dass sie mit offenem Mund und halb geöffneten Augen schläft – aha.

Die Dauerpräsenz eines Kandidaten in den Prüfungen, in diesem Jahr trifft es den possierlichen Matthias Mangiapane, nun schon zum sechsten Mal, ist als Publikums-Gag auch schon aufgebraucht. Noch älter allerdings ist das Problem von RTL, dass der vormals legendären Humorbrigade hinter dem Format nichts mehr einfällt. Die Moderation ist – eigentlich schon seit dem plötzlichen Tod des unvergessenen „Dickie“ Bach, lieb- und witzlos, von den Prüfungen ganz zu schweigen.

Dass Natascha Ochsenknecht weder gekühlten Kuh-Urin („der ist gesund“) noch pürierte Hoden runter kriegt, lässt sich nachvollziehen. Warum sie das aber mit der dummerhaftigen Bemerkung kaschiert, sie könne nicht so viel trinken – na ja. Dass der Verzehr lebendiger Tiere nicht unbedingt als ethisches Highlight zu verstehen sein muss, geschenkt. Aber seit mindestens fünf Staffeln geht es bei der Sterne-Jagd stets um das Gleiche: Ekel-Essen und -Trinken, gern aus der genitalen Vielfalt des Tierreichs kredenzt, klaustrophob angelegte Prüfungen und den immer, immer gleichen Anekdötchen der Moderatoren dazu. Das ist, sofern einem nicht schlecht wird bei all der Einfalt, einfach langweilig.

Und so kam die Valium-Crew des Jahres 2018 auch erst in Wallung, als die Regie zu wahrhaft menschenverachtenden Maßnahmen griff. Wegen Verstößen gegen die Hausordnung wurden den Rauchern die Zigaretten gestrichen. Da endlich war Stimmung im Camp. Sidney „Ich gehe morgen“. Daniele: „Ich schwöre es bei Gott: Ich raste morgen aus, wenn ich keine Zigaretten rauchen darf.“ Sollte der Tabak-Entzug unverhofft für Dynamik sorgen? Wir sind gespannt.

Von Daniel Killy/RND

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