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Medien Facebook gibt im Streit um Kriegsfoto nach
Nachrichten Medien Facebook gibt im Streit um Kriegsfoto nach
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20:58 09.09.2016
Aftenposten-Chef Espil Egil Hansen hatte sich in einem offenen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg gewandt. Quelle: NTB SCANPIX
Oslo

Facebook stellt nach massiver Kritik den Zeitungsbericht mit einem berühmten Foto aus dem Vietnam-Krieg wieder online. Obwohl auf dem Bild ein unbekleidetes Kind zu sehen sei, erkenne das Online-Netzwerk die historische Bedeutung des Fotos an, hieß es am Freitag in einer Facebook-Stellungnahme beim Technologieblog „Recode“.

Das weltberühmte Bild zeigt die Vietnamesin Kim Phuc, die während des Vietnamkriegs als Neunjährige nackt und vor Schmerzen schreiend vor einem US-Napalm-Angriff flüchtet. Der Fotograf Nick Ut wurde für die Aufnahme mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Der Journalist Tom Egeland hatte das Foto vor einigen Wochen auf seinem Facebook-Profil veröffentlicht, zusammen mit anderen ikonischen Kriegsfotos. Aber für Facebook war das Bild „nicht mit den Gemeinschaftsstandards vereinbar“. Es wurde gelöscht.

„Lieber Mark, Du missbrauchst Deine Macht“

Viele Kollegen solidarisierten sich, posteten ihrerseits das Foto. Auch Espen Egil Hansen, Chefredakteur von Norwegens größter Zeitung „Aftenposten“. Egeland bekam deshalb eine Email aus Hamburg von der dortigen, für Skandinavien zuständigen Facebook-Zentrale. Er möge das Bild löschen. Bevor Hansen zurückschreiben konnte, löscht Facebook eigenmächtig sowohl das Bild wie auch den Beitrag Hansens dazu.

Am Freitag hatte „Aftenposten“ deshalb mit der Geschichte aufgemacht. Auf der Titelseite veröffentlichte die Zeitung einen offenen Brief an Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. „Lieber Mark, Du bist der mächtigste Redakteur der Welt, aber Du missbrauchst Deine Macht“, schrieb Hansen.

Darauf reagierte Facebook und schickte Aftenposten“ eine Antwort. Darin erklärte der Konzern , dass die historische Bedeutung des Fotos überwiege und das Netzwerk deshalb seinen Anspruch, die Nutzer zu schützen, dieses Mal zurückstelle. Daher werde die Aufnahme nun doch auf Facebook zugelassen. „Aftenposten“ veröffentlichte das Foto daraufhin auf der Facebook-Seite der Zeitung.

Nachdem Mark Zuckerbergs Konzern seine Meinung geändert hatte, postete „Aftenposten“ das Foto auf der Facebookseite der Zeitung. Quelle: Facebook/Aftenposten

Von dpa/RND/dk/wer

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