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16:02 11.09.2018
Shadow of the Tomb Raider Quelle: Square Enix
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London

Lara Croft ist da. Nicht einmal, nicht zweimal, gleich dreimal. Wenn das neue Spiel der „Tomb Raider“-Reihe vorgestellt wird, wird geklotzt, nicht gekleckert. Und so stehen drei junge Frauen, die in ihren jeweiligen Ländern – Deutschland, Großbritannien und Frankreich – das analoge Gegenstück zur digitalen Traumfrau doubeln, in der Welsh Chapel in der Innenstadt von London unweit des Piccadilly Circus. Die Laras posieren für die versammelte Presse, für die teils sichtlich nervösen Gäste und oft genug auch für sich selbst.

Wer die Welsh Chapel betritt, betritt gleichsam eine andere Welt. Der Eingangsbereich ist mit Hunderten Totenköpfen und Kerzen dekoriert, als feiere man den mexikanischen Día de los Muertos. Ins klassizistische Kirchenschiff wurde ein wahrer Dschungel verpflanzt, Maya-Pyramide inklusive. Die geladenen Gäste sollen in Stimmung gebracht werden, auch mit der geheimen Tequila-Bar, von der am Eingang geraunt wird.

Lara Croft erfindet sich neu

Square Enix hat in die britische Hauptstadt geladen, jener japanische Videospielhersteller, der mit klassisch asiatischen Rollenspielen wie „Final Fantasy“ und „Dragon Quest“ erst zur popkulturellen Hegemonialmacht wurde und mit dem Zukauf des westlichen Konkurrenten Eidos Interactive endgültig zum Global Player. 300 Journalisten aus ganz Europa sind da, dazu geladene Gäste wie der deutsche Popstar Clueso. Sie wurden eingeflogen, sie werden verköstigt, und sie werden untergebracht auf Square-Enix-Kosten. Zeitgleich gibt es entsprechende Events in Los Angeles und Montréal.

Immerhin wird „Shadow of the Tomb Raider“ vorgestellt. Weltweiter Erscheinungstermin ist der 14. September. Erst wenige Wochen vor der Präsentation war das nicht sonderlich gut gehütete Geheimnis enthüllt worden, dass es diesen, den zwölften Teil der Reihe geben würde, den dritten einer Trilogie, die davon erzählt, wie aus einer jungen Adligen eine international agierende Action-Archäologin wurde. Schlicht „Tomb Raider“, wie der allererste Teil, hieß der Neustart 2013.

„James Bond 007 – Casino Royale“ darf als Vorbild gelten. Wie ein paar Jahre zuvor beim in die Jahre gekommenen Agenten Ihrer Majestät ging es auch bei Lara Croft darum, eine Ikone neu zu erfinden, sie mit einer Vorgeschichte zu erden, realistischer zu gestalten. Die knappe Hose, die jedem Nerd Schamesröte ins Gesicht treibende Oberweite, die drittklassigen Wiedergängerinnen auf den einschlägigen Messen waren nicht mehr opportun.

Vom Spiel mit den Ängsten

Und so begann „Tomb Raider“ noch einmal von vorn. Die neue Lara Croft hatte Hosen bis zu den Knöcheln an, sie machte sich schmutzig bei ihren Abenteuern rund um den Erdball und besaß eine weibliche Anatomie, die nicht mehr jeder Schwerkraft trotzte. Und sie wandelte sich von einer naiven Teenagerin zu einer Amazone, die sich auf der Suche nach dem Vermächtnis ihres Vaters mit der Geheimorganisation Trinity anlegt. In „Shadow of the Tomb Raider“ soll sie nun zur Jägerin werden. Angst spiele eine große Rolle, stellen die Entwickler in einer Präsentation im Keller der Kapelle klar: die Angst, die Lara Croft verspürt, aber mehr noch die Angst, die sie bei ihren Gegnern verursacht. Immerhin ist es diesmal ihre Aufgabe, eine Maya-Apokalypse zu verhindern. Es handele sich schließlich um „The End of the Beginning“.

Lara Croft muss nicht nur klettern und springen auch tauchen. Quelle: Sqaure Enix

Erwachsen und düster soll es sein

Eine Stunde hat jeder der exklusiven Spieler Zeit, das erste Level zu erkunden. Los geht es in einem mexikanischen Dorf, in dem, man ahnt es, der Tag der Toten gefeiert wird. Lara verfolgt hier Trinity-Agenten, ist eine Meisterin der Tarnung, schlägt aus den Schatten zu – und landet in einem unterirdischen Tempel. Klettern konnte sie schon immer und kraxelt, springt und rutscht auch hier so schön wie eh und je. Im neuen Teil hat sie tauchen gelernt, was eine nervenaufreibende Unterwassersequenz zeigt, mit blitzartig auftauchenden Muränen und einbrechenden Höhlen. Vom Dschungel, der in dem Spiel eine zweite Hauptrolle spielen soll, ist in dieser Passage noch nicht viel zu sehen. Was aber deutlich wird, ist, wie erwachsen und wie düster der neue Teil angelegt ist.

„Ich bin so weit gekommen“, heißt es in einem Trailer, der früh über die Leinwände der Welsh Chapel läuft. „Nach allem, was ich geopfert habe: Was wird aus mir werden?“ Das ist die Frage. Unglaubliche 35 Millionen Mal haben sich Spiele der „Tomb Raider“-Reihe bislang verkauft. Es gibt noch erfolgreichere Reihen, „Call of Duty“ zum Beispiel oder „Super Mario“. Aber keine Serie, keine Figur dieses Mediums hat eine derartige Strahlkraft, so viel Mainstream-Appeal wie die Dame, der pubertierende Spieler so gern auf die Kehrseite schauen. Daran wird auch das neue Spiel nichts ändern. Es gibt nur eine Lara Croft.

Lara in Zahlen

Drei Jahre hat die Entwicklung von „Shadow of the Tomb Raider“ gedauert. Die Kosten betragen 75 bis 100 Millionen Dollar. Hinzu kommen noch einmal 35 Millionen Dollar für die Vermarktung. Es ist damit das bis dato teuerste Projekt des verantwortlichen Studios Eidos Montréal. Das Spiel erscheint am 14. September für PC, Playstation 4 und Xbox One. Es beschließt die Reboot-Trilogie, die 2013 mit „Tomb Raider“ begann und 2015 mit „Rise of the Tomb Raider“ fortgesetzt wurde.

Das erste „Tomb Raider“-Spiel erschien im Jahr 1996. Seine Heldin Lara Croft wurde sofort zur Pop-Ikone, spielte 1998 in dem Musikvideo „Männer sind Schweine“ der deutschen Band Die Ärzte mit. 2001 folgte der erste Kinofilm mit Angelina Jolie in der Hauptrolle. Lara Croft hält den Guinness-Weltrekord als erfolgreichste Videospielheldin. Ihre Spiele wurden bislang mehr als 63 Millionen Mal verkauft.

Von Stefan Gohlisch/RND

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