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Maschmeyer sucht besten Gründer

Sat.1-Show Maschmeyer sucht besten Gründer

Aus der „Höhle der Löwen“ zu „Start Up“: Finanzinvestor Carsten Maschmeyer geht jetzt auch in Sat.1 auf Sendung, um junge Unternehmer zu suchen. Im Interview erklärt er, warum die Schlüssellochperspektive auf Erfinder so spannend sein kann und was ihn als Milliardär überhaupt noch antreibt.

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Finanzinvestor Carsten Maschmeyer sucht ab 21. März 2018 in SAT.1 deutsche Gründer in ,,Start Up! Wer wird Deutschlands bester Gründer?"

Quelle: Sat.1

Vom Tellerwäscher zum Millionär – geht das eigentlich, Herr Maschmeyer?

Nicht solange man immer wieder nur die Teller wäscht. Wenn jemand dabei jedoch eine Idee hat und diese unternehmerisch erfolgreich umsetzt, hat sie oder er sich schon auf den richtigen Weg gemacht.

Mit „Die Höhle der Löwen“ auf Vox, wo Sie ebenfalls mitmischen, und „Das Ding des Jahres“ auf ProSieben gibt es schon zwei Formate, in denen Leute mit Ideen auf Leute mit Geld stoßen. Wozu mit „Start Up!“ nun noch eine Gründer-Show auf SAT.1?

Es genießen doch auch alle, dass es viele verschiedene Sportsendungen im Fernsehen gibt. Denn die Zuschauer gucken gerne unterschiedliche Sportarten. Bei den Gründerformaten geht es immer um Start-ups. Das besondere an „Wer wird Deutschlands bester Gründer?“ ist, dass wir in unserer Sendung zeigen, wie Gründen wirklich genau geht. Und dass der Sieger oder die Siegerin mit mir eine gemeinsame Firma gründet – mit einem Cash-Investment von einer Million Euro.

Das hat Unterhaltungswert?

Der Zuschauer wird die Entwicklung von der Idee über den Prototypen bis zur Firmengründung quasi aus der Schlüsselloch-Perspektive erleben – und das gab es noch nie im deutschen TV. Das ist super spannend und unterhaltend zugleich. Ich hoffe aber auch, dass Menschen dadurch Mut finden, dazuzulernen, sich zu verbessern um Karriere zu machen und selbstständig zu werden. Die Sendung „Start Up!“ bietet dazu ganz besondere Gelegenheiten: Die Zuschauer können bei uns lernen, wie man sich vor verschiedenen Zielgruppen in unterschiedlichen Situationen präsentiert, wie eine Marketingkampagne entsteht, wie man Geldgeber überzeugt, auch wie man Gehälter und Preise verhandelt.

Rivalen müssen miteinander arbeiten

Wie funktioniert Ihre Sendung?

Wir suchen aus 2000 Bewerbungen Deutschlands größtes Gründertalent. 35 kommen in die engere Auswahl und mit den 14 aussichtsreichsten Kandidaten breche ich zu einer achtwöchigen Gründungsreise auf. Hier bringen wir die Gründer mit Wissenschaftlern, Werbeexperten, Patentanwälten und Wirtschaftsprüfern zusammen. Das hilft einigen zum Durchbruch. Zudem müssen sie in Challenges Aufgaben lösen, die Teamfähigkeit, Kreativität, Mut, Beharrlichkeit, aber auch Führungsqualitäten erfordern – alles Themen, die für Gründer unerlässlich sind. Die Zuschauer werden auch beobachten können, wie die Kandidaten manchmal eng zusammenarbeiten müssen, obwohl sie eigentlich Rivalen sind. Denn nur einer kann gewinnen …

Wer sitzt in der Jury?

Lea Lange, die erfolgreiche Gründerin von Juniqe.de, Dr. Klaus Schieble, der Spezialist für Frühphaseninvestitionen, und ich. Die Kandidaten werden von Matthew Mockridge gecoacht. Wir sind ein tolles Team, aber nicht immer einer Meinung über die Potenziale der Teilnehmer.

Und am Ende entscheiden Sie?

Ja, sozusagen am Zeugnistag. Ich bin dann quasi der Klassenlehrer, die anderen die Fachlehrer. Wir diskutieren, danach treffe ich mich mit jedem Kandidaten einzeln, gebe ihm ausführliches Feedback über seine Stärken und Schwächen und entscheide ob er weiterkommt, also fast wie in der Schule ein echtes „Versetzungsgespräch“.

„Ich werde mit Ihnen keine Firma gründen“

Wer nicht versetzt wird, …

… der wird von mir hören: „Ich werde mit Ihnen zusammen keine Firma gründen.“ Das zu sagen ist mir von Woche zu Woche immer schwerer gefallen.

Und mit dem Sieger gründen Sie eine Firma?

Ja. Wir gründen ein gemeinsames Unternehmen. Ich gebe als Startkapital eine Million Euro und erhalte einen Firmenanteil von 49 Prozent. Die anderen 51 Prozent verbleiben beim Gründer. Ich glaube an die Motivation des Eigentums und halte deshalb bei keinem Start-Up die Mehrheit.

Was ist wichtiger: das Produkt oder der Gründer?

Ich setze auf die Gründerpersönlichkeit, denn die ist nicht austauschbar. Ein guter Gründer wird sich nicht mit dem erstbesten Produkt zufriedengeben. Er wird es solange weiterentwickeln wollen, bis alle Kunden zufrieden sind, es wiederkaufen und weiterempfehlen. Deshalb sage ich: Im Zweifel Persönlichkeit vor Produkt.

„Ich musste immer hart arbeiten“

Über Sie ist immer zu lesen, Sie seien entweder umstritten oder umtriebig. Stören Sie solche Charakterisierungen?

Nach der Finanzkrise vor zehn Jahren hatten es Banker oder Finanzinvestoren imagemäßig so schwer wie zum Beispiel Ölmanager in Zeiten von Umweltkatastrophen. Die Immobilien- und Hypothekenkrise ist aber lange vorbei. Gründer mit Ideen benötigen nun einmal Kapitalgeber, die an die Innovation glauben und investieren. Zu denen gehöre ich. Und umtriebig? Mir ist Erfolg sehr wichtig. Der ist mir jedoch noch nie zugeflogen. Ich musste immer hart dran arbeiten. Inzwischen habe ich mehr als 100-mal in Start-ups investiert.

Sie sind Milliardär und gehören zu den reichsten Deutschen. Sind Sie am Boden geblieben?

Ich weiß, und werde nie vergessen, aus welch kleinen Verhältnissen ich komme. Als uneheliches Kind habe ich die Geborgenheit in der Familie vermisst. Und apropos Tellerwäscher: Töpfe, Teller, Tassen und Spülbürste waren als Kind mein Spielzeug, anderes hatte ich nicht. Lob erhielt ich nur, wenn ich etwas geleistet hatte. Daher stammt wohl mein Ehrgeiz, mein Erfolgswille. Natürlich genieße ich auch Luxus. Aber das wahre Glück ist die Geborgenheit in der Familie und die Dankbarkeit für Gesundheit. Beides sorgt für Bodenhaftung.

Start-Up-Szene stärken

Wenn Sie kein Geld hätten und bekämen die Million – was würden Sie damit machen?

Wahrscheinlich das gleiche, was ich heute mache: Meine Leidenschaft ist Erfinder zu finden und gemeinsam mit ihnen erfolgreich zu sein. Ich möchte die Start-Up-Szene stärken.

Von RND

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