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Medien So klingt Donald Trump als „Superschurke“
Nachrichten Medien So klingt Donald Trump als „Superschurke“
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14:01 12.01.2017
Für die US-Zeichentrickfilme von „Batman“ spricht Mark Hamill den Bösewicht Joker. In dieser Rolle hat der Schauspieler nun einen Tweet von Donald Trump vertont.   Quelle: dpa/screenshot
New York

Als Luke Skywalker kämpfte er gegen die dunkle Seite der Macht – nun hat sich „Star Wars“-Held Mark Hamill einen neuen, mächtigen Gegner ausgesucht – den künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Anstelle eines Lichtschwertes braucht der 65-Jährige dafür nur Twitter – und seine Stimme. Doch der Reihe nach.

Dass Hamill alles andere als ein Trump-Anhänger ist, hat der Hollywood-Star in den vergangenen Monaten deutlich in den sozialen Netzwerken dokumentiert, zuletzt erst direkt im Anschluss an die denkwürdige Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten am Mittwochnachmittag.

Anspielung auf Sexvorwürfe

Hamill nahm dabei direkt Bezug auf Trumps Entscheidung, seine Steuern weiter nicht öffentlich machen zu wollen. In einem Tweet kombinierte er eine frühere Aussage von Trump, in dem dieser noch vor seiner Kandidatur eine Veröffentlichung seines Einkommens ankündigte – und zwar „ohne Bedingungen“ und „liebend gerne“.

Mark Hamill. Quelle: EPA

Hamill schrieb darauf: „Alle Amerikaner würden es absolut lieben, wenn sie das tun würden. Sie könnten ein für alle Mal beweisen, dass sie nichts zu verstecken hätten. Schenken Sie uns reinen Wein ein.“ Hamill beendete den Tweet mit der Anrede „Mr. #Peeotus“, womit er auf unbestätigte Medienberichte um Sexvorwürfe im Zusammenhang mit Moskauer Prostituierten anspielt.

Knapp 1,6 Millionen Follower hat Hamill. In den vergangenen Tagen dürfte die Zahl rasch angestiegen sein. Grund ist die „Trumpster-Aktion“, die Hamill am vergangenen Sonntag startete. Im Grunde genommen hat er dabei nur einen Tweet von Donald Trump vorgelesen – doch damit sorgt er für Furore.

Der „Joker“ zitiert Trump

Das Besondere: Hamill las den Trump-Tweet in der Rolle des Batman-Bösewichts „Joker“, dem er bereits seit Anfang der 1990er-Jahre für US-Comic-Serien und -Filme seine Stimme leiht. Das markante Lachen, das Hamil sich für die „Joker“-Stimme eigens antrainiert haben soll, lässt er in dem Trump-Zitat gleich mehrere Sekunden erklingen.

„Frohes Neues Jahr an alle, meine vielen Feinde inbegriffen und diejenigen, die gegen mich gekämpft und so schlimm verloren haben. Sie wissen einfach nicht, was sie tun sollen“, sagt Hamill mit dunkler, kratziger und furchteinflößender Stimme, ehe er in alter Joker-Manier in übles Gelächter und Gurgeln ausbricht und mit einem langezogenen „Liebe“ endet. Trump hatte genau diese Worte zum neuen Jahr auf Twitter verbreitet.

In den sozialen Netzwerken sorgt das 30 Sekunden lange Audio-Stück für Begeisterung. Fast 50.000 Mal wurde allein der Hamill-Beitrag retweetet. Offenbar wird es Hamill dabei nicht belassen. Das Audio-Stück kündigte er als erstes „Trumpster-Zitat“ an – eine Fortsetzung scheint also möglich.

Idee im Netz geboren

Die Trumpster-Idee wurde übrigens ebenfalls im sozialen Netzwerk „geboren“. Ein User hatte die Trump-„Glückwünsche“ an Hamill geschickt – mit dem Zusatz: „Das klingt wie etwas, das der Joker sagen würde, bevor er einen Schwarm Killerbienen auf Gotham loslässt“.

Hamill reagierte wenige Tage später. „Niemand schreibt bessere Dialoge von Super-Bösewichten als #Trumputin“, antwortete der Schauspieler, ehe er zwei Tage später den „Trumpster“ veröffentlichte.

Von RND/zys/dpa