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Nachrichten Medien So wappnen Sie sich gegen Phishing-Angriffe bei Facebook
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16:37 06.06.2018
Klicken die User auf das vermeintliche Video, das keines ist, sondern nur ein schlicht eingebautes YouTube-Logo, gelangen sie auf eine Seite, auf der sie ihre Log-In-Daten eingeben sollen. Quelle: AP
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Hannover

Zwei Smileys mit entsetzten Gesichtern, der eigene Vorname und ein angebliches YouTube-Video: Zahlreiche Facebook-Nutzer bekommen dieser Tage eine ominöse Nachricht von einer Person aus ihrer Facebook-Liste. Wenn es jemand ist, von dem man lange nichts gehört hat, wundert man sich natürlich, Neugierde kommt auf. Doch draufklicken sollten die Nutzer in keinem Fall.

Es handelt sich nämlich um einen sogenannten Phishing-Angriff – also um einen Versuch, Facebook-Konten zu knacken. Schon im Frühjahr gab es eine Welle derartiger Mails. Klicken die User auf das vermeintliche Video, das keines ist, sondern nur ein schlicht eingebautes YouTube-Logo, gelangen sie auf eine Seite, auf der sie ihre Log-In-Daten eingeben sollen.

So greifen die Hacker die Zugangsdaten ab und bekommen Zugriff auf das komplette Facebook-Konto, inklusive Administratorenrechte für eventuelle Gruppen und Seiten. Die Nutzer sollten also die Augen offen halten, denn dieser täuschend echt wirkenden Log-In-Seite ist ihre Fälschung anzusehen: Die URL-Adresse enthält nicht das Wort Facebook.

Die Hacker können sich ungehindert im sozialen Netzwerk bewegen

Auf die Frage, wie es dazu kommen kann, dass Hacker derartige Betrugsversuche offenbar freizügig millionenfach versenden können, antwortet das Unternehmen nicht. Stattdessen gibt nur ausweichende Antworten zur Sicherheitspolitik – und das nicht mal vom Unternehmen selbst, sondern von der PR-Agentur „Apoc-Worldwide“, die für das soziale Netzwerk die Kommunikation erledigt. „Im Hinblick auf den Schutz und die Sicherheit von Online-Konten ist Facebook eine der führenden Plattformen“, sagt Christian Schmidt von „Apoc-Worldwide“ auf Anfrage des Redaktionsnetzwerk Deutschland.

„Jeden Tag wird daran gearbeitet, für die Menschen auf Facebook, eine sichere Umgebung zu schaffen. Neben Verschlüsselungen und anderen Sicherheitsmechanismen, welche Facebook ständig weiterentwickelt, liegt es auch in der Verantwortung jedes Einzelnen, die Plattform mit wachem Auge zu nutzen sowie die bereitgestellten Werkzeuge zum Schutz der eigenen Daten einzusetzen. Im Sicherheitsbereich bietet Facebook alle Informationen zu Richtlinien, Werkzeugen und Ressourcen, die die Sicherheit der Menschen gewährleisten sollen.“

Facebook rät zu einer zweistufigen Passwortsperre

Wer auf das vermeintliche Youtube-Video hereingefallen ist, und bereits seine Login-Daten angegeben, sollte umgehend sein Passwort ändern, um einen Missbrauch zu verhindern. Wem das nicht genug ist, kann im Sicherheitsbereich die sogenannte zweistufige Authentifizierung aktivieren. Das bedeutet, dass sich der Nutzer nicht nur mit Nutzername und Passwort anmeldet, sondern auch mit einem speziellen Sicherheitscode.

„Auf diese Weise ist es viel schwieriger für fremde Personen, auf das Konto von jemandem zuzugreifen, auch wenn sie das Passwort dafür haben“, schreibt Schmidt weiter. Die zweistufige Authentifizierung könne in wenigen Schritten in den Einstellungen unter „Sicherheit und Login“ aktiviert werden.

Nutzer, die bereits Opfer wurden, sollten zudem Folgendes tun:

1. Informieren Sie Ihre Freunde, dass Sie Opfer geworden sind und das entsprechende Nachrichten von Ihnen NICHT angeklickt werden sollen

2. Lassen Sie ihr Handy bzw. ihren PC nach Schadsoftware untersuchen

3. Informieren Sie Facebook darüber, dass ihr Account betroffen ist oder sein könnte. Über das Support-Tool können Sie die Verantwortlichen über den Vorfall aufmerksam machen. Sollten Sie als Nutzer von einem Freund eine Phishing-Mail bekommen haben, lassen Sie es ihn wissen, per Mail oder per SMS, da davon ausgegangen werden kann, dass das Absenderprofil bereits betroffen ist und gekapert wurde.

Von aj/RND

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