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Medien Steinmeier: Bürger sollten sich Journalismus etwas kosten lassen
Nachrichten Medien Steinmeier: Bürger sollten sich Journalismus etwas kosten lassen
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12:26 15.06.2018
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält die Festrede zur Jubiläumsfeier 125 Jahre Madsack in der Staatsoper in Hannover. Foto: Alexander Körner/MADSACK Mediengruppe Quelle: MADSACK Mediengruppe
Hannover

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den besonderen Wert der Tageszeitungen für die Demokratie und die Gesellschaft hervorgehoben. „In diesen Zeiten, in denen immer weniger Menschen über dasselbe reden, kann die Zeitung, gerade auch die Lokalzeitung, eine besondere Bedeutung für den Zusammenhalt in unserer offenen Gesellschaft spielen – ganz egal, ob sie nun gedruckt auf Papier erscheint oder digital als E-Paper oder im Internet“, sagte Steinmeier am Freitagvormittag in seiner Rede beim Festakt zum 125. Geburtstag der Madsack Mediengruppe in Hannover.

Steinmeier zeigte sich besorgt über die wachsende Zersplitterung von Öffentlichkeit und das Auseinanderdriften der Gesellschaft. „Manche kapseln sich heute in Echokammern ab und bestätigen sich gegenseitig in ihren gefühlten Wahrheiten“, betonte der Bundespräsident. „Wenn solche geschlossenen Weltbilder dann unvermittelt aufeinanderprallen, sind Kompromisse oft nicht mehr möglich.“ Der Bundespräsident appellierte an die Bürger, klug und besonnen mit Informationen umzugehen: „Wem unsere auf Diskussion, Kompromiss und den Ausgleich von Interessen angelegte Demokratie etwas wert ist, dem muss auch professioneller und vielfältiger Journalismus etwas wert sein. Wir brauchen möglichst viele Bürger, die bereit sind, sich journalistische Angebote etwas kosten zu lassen – ganz gleich, ob online oder am Kiosk.“

Düffert: Gesellschaft ohne freien und unabhängigen Journalismus nicht wirklich demokratisch

Thomas Düffert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Madsack Mediengruppe, hob die besondere Bedeutung des unabhängigen Journalismus hervor. „Eine demokratische und freiheitliche Gesellschaft ist ohne unabhängigen Journalismus nicht vorstellbar. Und umgekehrt gilt ebenso: eine Gesellschaft ohne einen freien und unabhängigen Journalismus ist nicht wirklich demokratisch“, sagte Düffert. Freier und unabhängiger Journalismus werde nur dann weiter existieren, wenn er finanzierbar sei. „Wir brauchen also wieder beides: eine journalistische und eine unternehmerische Antwort“, betonte der Madsack-Chef. „Unsere Aufgabe ist es, im Sinne einer demokratischen Gesellschaft unabhängigen Journalismus in der Region dauerhaft sicherzustellen.“

Die Madsack Mediengruppe feierte ihr 125. Jubiläum am Freitagmorgen mit zahlreichen Gästen aus Politik, Medienbranche, Wirtschaft, Sport, Verbänden und Gewerkschaften im Opernhaus in Hannover. Bundespräsident Steinmeier hielt die Festrede.

Von RND

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