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07:48 24.01.2016
Thorsten Legat trat in der Sonnabend-Show zur Dschungelprüfung an. Quelle: RTL
Sydney

Und als dann auch noch der sichtlich angeschlagene Rolf Zacher (74) von Dr. Bob aus dem Camp gewiesen wird, brechen alle Dämme, alles heult. Jürgen muss an seinen offenbar jüngst verstorbenen Vater denken und ruft verzweifelt: „Von Rolf konnte ich mich verabschieden, von meinem Vater nicht." Auch  der melancholische Menderes, der sich Zacher quasi als Ersatz-Vater auserkoren hatte, ist fertig mit der Welt. Und was sagte Helena? "Ich bin doch auch noch da." Es klingt wie eine Drohung. 

Ein Thorsten für neun Hallelujah

Allerdings: Fast müssen wir ja froh sein, dass die dauerprovozierende Pseudoanwältin Fürst noch im Pseudodschungel sitzt. Denn über den unter ulkigen Gedankenunfällen und Sprachverwirrungen leidenden David, können wir ja nicht mehr lachen. Er ist raus. Liebe Dschungelcamp-Zuschauer, warum habt ihr das getan? Denn eins wird mehr und mehr klar: Ein Thorsten Legat allein trägt diese Show nicht. Ein Thorsten Legat kann viel, sogar so einen schlimmen Satz sagen wie "Versagen ist, einen Krieg zu verlieren." Ein Thorsten Legat kann bei der Dschungelprüfung seinen toll durchtrainierten Körper präsentieren, in gefährlichen Gewässern erfolgreich nach neun Sternen tauchen - Auge in Auge mit dem Krokodil (Nick Tschiller ist nichts dagegen). Ein Thorsten Legat kann sogar heulen, seine Kinder vermissen und sich daran erinnern, dass man ihn früher einen Versager genannt hat. Aber er kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei der aktuellen Dschungelcamp-Staffel der Funken so richtig nicht überspringt.
Eine Truppe geballter Minderwertigkeitskomplex-belasteter Zausel mit schlimmer Kindheit allein ist nicht unterhaltsam. Zumal Brigitte Nielsen dieses Mal keine Lust hat. Was dieser Show im Jahr 2016 vor allem fehlt ist jemand mit ein wenig Grips, jemand der tatsächlich mal irgendeine Rolle in Film oder Gesellschaft gespült hat. Wie Mathieu Carrière zum Beispiel, der 2011 geschickt die anderen Teilnehmer gegeneinander ausspielte. Oder Rainer Langhans, der sein Kommune-Ideal versuchte unter Bedingungen des Privatfernsehens auszuleben.

Was sehen wir stattdessen? Einen Ricky, der heulend verkündet, dass gerade „alles schief läuft“ und keiner der anderen ihn mag. Er klingt dabei, als habe ihm jemand diese Zeilen aufgeschrieben.

Geheimfavorit Menderes

Der einzige kleine Lichtblick ist der ewig traurig dreinblickende Menderes, den die RTL-Regie aber viel zu selten in den Mittelpunkt rückt. Schließlich gibt  es ja einen großmauligen Thorsten Legat, die Unsympathin Helena Fürst, die ein selbgescriptetes Drehbuch zu spielen scheint und den Megabusen von Frau Wollersheim.
Am Ende gehen muss übrigens Jenny Elvers. Sie freut sich hysterisch und wenig überzeugend: "Yay! Ich darf ins Hotel!" Gut, besonderes beigetragen hatte sie bisher nichts. Warum aber ist dann Nathalie noch da?

Der Legat des Tages: "Ich habe ja nur die Schwanzlänge gesehen." (Auf die Frage von Sonja Zietlow nach der Größe des Krokodils, das Legat bei seiner Dschungelprüfung traf).

Von Christiane Eickmann

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