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Medien „Twerxout“: Mit Powackeln in die „Höhle der Löwen“
Nachrichten Medien „Twerxout“: Mit Powackeln in die „Höhle der Löwen“
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07:53 24.09.2018
Rimma Banina (links) und Kristina Markstetter stellen „Twerxout“ in der Vox-Show „Höhle der Löwen“ vor. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Bauch rein, Po raus – so könnte der perfekte Motivationsspruch lauten, wenn Rimma Banina (34) und Kristina Markstetter (27) sich Dienstabend in die „Höhle der Löwen“ wagen, um 50.000 Euro Kapital für ihr Unternehmen zu erkämpfen. Ihre Geschäftsidee, die sie ab 20.15 Uhr in der Vox-Show vorstellen: Powackeln!

Zumindest zum Teil. „Twerxout“ heißt das Fitness-Programm, das die beiden Freundinnen entwickelt haben. Ein Element ist das laszive „Twerking“, das Stars wie Rihanna (30) und Miley Cyrus (25) berühmt gemacht haben. „Wir kombinieren es mit funktionellem Training wie Kniebeugen und Liegestütze und viel Tanz. Besonders Bein- und Gesäßmuskulatur werden dabei trainiert“, erklärt Markstetter. Sie verspricht: „Jeder Kurs wird zum absoluten Kalorienburner.“

Banina und Markstetter setzen auf ein po-puläres Thema

Womit wollen sie die Investoren überzeugen? In der Jury sitzen unter anderem Finanz-Experte Carsten Maschmeyer (59), Start-up-Spezialist Frank Thelen (42), Unternehmerin und CSU-Politikerin Dagmar Wöhrl (64). Ein po-puläres Thema für die eher spröden Experten? Banina zieht die Nase kraus. „Wir sind uns der Herausforderung bewusst, es wird nicht einfach, unser Konzept in der Fitnessbrachen zu etablieren.“ Dabei stehe das Wort Twerken sogar im Duden.

Einen ausgefeilten Business-Plan haben die beiden Sportlerinnen, Patent und Markenrechte auf „Twerxout“ haben sie sich für zehn Jahre sichern lassen, sie vertreiben sogar eine kleine Kollektion Fitness-Klamotten mit Logo. Auf die Löwengrube haben sie sich gut vorbereitet. „Ich kenne die Sendung, wir haben total viel Respekt vor diesem Auftritt zur Hauptsendezeit“, sagt Markstetter. Die 27-Jährige will ihr Licht aber nicht unter den Scheffel stellen. „Wir stehen zu unserem Projekt.“ Banina ergänzt: „Twerxout ist unser Baby.“

Kim Kardashian & Co.: „Heute dreht sich alles um den Po“

Und zwar eines mit Zukunftschancen, wenn man die beiden Gründerinnen fragt: „Frauen wollen keinen dicken Bizeps, Frauen trainieren Bauch, Beine und Po“, das weiß Banina aus den Kursen, die sie in verschiedenen Fitness-Studios gibt. Die Glamourwelt spielt ihnen ebenfalls in die Karten. „Heute dreht sich alles um den Po“, findet Markstetter und zählt Prominente auf: Nicki Minaj (35) setzt den Allerwertesten in ihren Videos in Pose, Kim Kardashian (37) hat ihr wertvollstes Körperteil sogar versich ern lassen.

Mit einem weiteren Argument wollen die zwei Blondinen die Investoren überzeugen: „Frauen wollen zu Musik trainieren. Und Tanz beansprucht wirklich jeden Muskel im Körper“, erklärt Markstetter, die ausgebildete Tänzerin, Tanzpädagogin und Choreografin ist – und ihren Job als Bürokauffrau vor Jahren hinschmiss. („Das Sitzen im Büro hat mich verrückt gemacht“). „So erklärt sich der Siegeszug von Zumba.“ Die Mischung aus Fitness und lateinamerikanischem Tanz gehört weltweit zum Standard in Fitness-Studios.

Aus diesem Grund haben die beiden Gründerinnen auch diese Frau in der Jury im Visier: Judith Williams (46) vertreibt eigene Mode-, Schmuck- und Kosmetik-Linien, wäre vielleicht offen für das Tanz-Konzept aus Hannover. „Wir wissen, wie man jemanden zum Lächeln und zum Schwitzen bringt“, sagt Banina. Fügt aber selbstkritisch hinzu: „In Sachen Marketing wäre es schön, wenn uns jemand begleitet. Wir hoffen auf Tipps und Vorschläge der Löwen.“ Dafür würden sie zehn Prozent der Firmenanteile geben.

Und diese Firma ist bereits eine kleine Erfolgsgeschichte: „Wir haben 60 Trainer ausgebildet“, erzählt Banina stolz. Denn das ist die Einnahmequelle des Duos. 300 Euro kostet der Lehrgang, 382 Euro das Premium-Paket, das regelmäßig neue Choreografien beinhaltet. Die „Twerxout“-Lizenz gilt ein Jahr – dann muss sie verlängert werden. Kostenpflichtig!

Sie wappnen sich für fiese Kommentare

Ein bisschen Muffensausen haben die Hannoveranerinnen vor dem Sendetermin. „Wir wappnen uns für fiese Kommentare“, sagt Markstetter mit einem Seufzen. Angst haben sie weder vor den Investoren, noch vor Sprücheklopfern in sozialen Medien. „Wir sind da immun“, bekräftigt Banina. Ihr Sport habe nichts anrüchiges oder halbseidenes, in Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien schwitzen bereits hunderte Frauen nach ihren Choreografien. Demnächst kommt England dazu – Markstetter und Banina schulen „Twerxout“-Trainer in London. Klingt nach fetter Beute für Löwen ...

Von Andrea Tratner/RND

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