Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Medien Was ist Ecosia? Die Suchmaschine für Bäume
Nachrichten Medien Was ist Ecosia? Die Suchmaschine für Bäume
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:18 10.10.2018
Über Ecosia im Web suchen und Bäume pflanzen. Quelle: picture alliance/dpa
Hannover

Jüngst machte die grüne Suchmaschine Ecosia in der Debatte um den Hambacher Forst auf sich aufmerksam. Demnach sollen die verbliebenen 200 Hektar für rund eine Million Euro von RWE abgekauft werden. Aber was genau ist Ecosia eigentlich, wie erwirtschaftet die Suchmaschine ihre Einnahmen und was hat das alles mit Umweltschutz zu tun?

Wie funktioniert Ecosia?

Ähnlich wie Google ist Ecosia eine Suchmaschine, die im Browser verwendet wird. Sie wertet Suchanfragen anhand eigener Algorithmen aus und nutzt darüber hinaus die Suchmaschine von Bing. Mindestens 80% der Gewinne aus den Werbeanzeigen werden in Aufforstungsprojekte investiert, durch die beispielsweise Bäume in Burkina Faso, Indonesien oder Peru gepflanzt werden. Die Aufforstung reduziert einerseits den CO2-Ausstoß, unterstützt andererseits aber auch nachhaltige Jobs, mehr Bildungsmöglichkeiten und bessere Lebensbedingungen in der jeweils geförderten Region.

Die Idee hinter Ecosia: Wer die Suchmaschine verwendet, kann einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, ohne selbst Geld spenden zu müssen.

So sieht die Startseite von Ecosia aus. Quelle: ecosia.org

Wo pflanzt Ecosia Bäume?

Eines der gesteckten Ziele Ecosias ist es, bis 2020 mindestens eine Milliarde Bäume zu pflanzen. Aber wo genau befinden sich eigentlich die Standorte der Aufforstungsprojekte und wie entscheidet Ecosia, welche Regionen dafür in Frage kommen?

Nach eigenen Angaben unterstützt Ecosia derzeit Projekte in den 35 am stärksten bedrohten Waldökosystemen. Darunter fallen aktuell Areale in Burkina Faso, Madagaskar, Peru, Indonesien und Tansania. Um aufgenommen zu werden, muss eine Region folgende Kriterien erfüllen:

• Mindestens 1.500 endemische Arten von Gefäßpflanzen sind vorhanden.

• Mindestens 70% der ursprünglichen natürlichen Vegetation sind bereits verloren.

Die Auswahl der Anbaugebiete geschieht in engem Austausch mit der örtlichen Bevölkerung, um passende Standorte und geeignete heimische Baumarten auszuwählen.

So viele Bäume hat Ecosia nach eigenen Angaben schon gepflanzt. Quelle: ecosia.org

Wer steckt hinter Ecosia?

Gegründet wurde Ecosia im Dezember 2009 von Christian Knoll in Berlin. Ursprünglich hatte Knoll BWL in Nürnberg studiert, bereiste dann die Welt und suchte Inspiration für ein frisches Geschäftsmodell. Dabei stand das Ziel im Fokus, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Nach Stationen in Indien, Thailand und schließlich Nepal gründete Knoll „Xabbel“, eine nepalesische Suchmaschine, deren Einnahmen lokalen NGO-Projekten gespendet werden sollten. Da es vor Ort allerdings nur rund 4 Stunden am Tag Strom gab und die Bedingungen entsprechend schlecht waren, musste das Projekt Xabbel beendet werden – der Gedanke einer Suchmaschine, die mittels ihrer Einnahmen helfen sollte, blieb jedoch bestehen.

Auf seiner weiteren Reise durch die Welt lebte Christian Knoll einige Zeit in Argentinien, wo er viel über Aufforstungsprojekte im atlantischen Regenwald lernte. Die Erhaltung der Wälder und der Schutz der Umwelt rückten damit immer stärker in den Fokus und fanden schließlich Verwendung in der wohltätigen Suchmaschine Ecosia.

Wie richte ich Ecosia als Startseite ein? So verwenden Sie Ecosia im Browser

Ecosia kann mit allen gängigen Browsern wie Chrome, Firefox, Microsoft Edge, Safari oder Opera genutzt werden. Wer die grüne Suchmaschine nutzen möchte, findet diese unter https://www.ecosia.org. Um immer mit Ecosia zu suchen, bietet es sich an, diese direkt als Startseite einzurichten. Das funktioniert mithilfe weniger Klicks, wird hier bei Bedarf aber nochmals von Ecosia für alle Browser erläutert. Die Suchmaschine ist ebenfalls als kostenlose App für Android und iOS verfügbar.

Wie verdient Ecosia Geld?

Ähnlich wie Google und jede andere Suchmaschine verdient Ecosia Geld mit dem Ausspielen von Werbeanzeigen. Wird eine solche Anzeige geklickt, erhält Ecosia eine Provision. Diese wiederum wird von Bing gezahlt, dem Werbepartner von Ecosia. Wie viel Ecosia tatsächlich an Einnahmen generiert, hängt von der Anzahl der Klicks ab. So gibt die Suchmaschine beispielsweise an, dass der Netto-Umsatz im Sommer meist geringer ist, da weniger Menschen online sind. Im Winter hingegen, insbesondere kurz vor Weihnachten, sind die Einnahmen besonders hoch.

Bringt Ecosia wirklich etwas?

Nach eigenen Angaben hat Ecosia bereits über 39 Millionen Bäume gepflanzt und insgesamt über 6,6 Millionen Euro in die Aufforstung investiert. Der monatlich veröffentlichte Finanzbericht des Unternehmens gibt einen detaillierten Einblick über die konkreten Ein- und Ausgaben. Dort enthalten sind beispielsweise Betriebskosten und Werbekosten, aber auch Rücklagen (durch eben diese soll beispielsweise der Hambacher Forst gekauft werden) sowie die genauen Beträge, die in die Aufforstung geflossen sind. Zusätzlich sind monatliche Baumpflanzbescheinigungen im Finanzbericht enthalten, die erläutern, in welche einzelnen Projekte das Geld investiert wurde.

Ecosia ist transparent und stellt monatliche Finanzberichte öffentlich zur Verfügung. Quelle: ecosia.org
Baumpflanzbescheinigungen von Ecosia. Quelle: ecosia.org

Von RND/do

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine Champagner-Duftkerze und eine Sekundenschlaf-Sensorik fürs Lenkrad: In der sechsten Folge der „Höhle der Löwen“ kriegt Investorin Dagmar Wöhrl „Familienzuwachs“, Carsten Maschmeyer die Kurve – und Ralf Dümmel erzählt von einem schlimmen Unfall.

10.10.2018

Google stellt seine neuen Smartphones vor. Vor allem die Kameras sollen mehr leisten. Käufer sollten allerdings große Hosentaschen haben.

09.10.2018

Richtig erfolgreich war Google Plus nie. Nun zieht der Internetkonzern nach einer Datenpanne Konsequenzen – und zwar auch für das Android-Betriebssystem. Nutzer von Google-Plus haben unterdessen bis nächstes Jahr Zeit, ihre Inhalte zu sichern.

09.10.2018