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06:14 01.06.2018
Roboter wie das Modell Pepper können Menschen und deren Mimik und Gestik zu analysieren – gesellschaftliche Debatten stoßen sie nicht an. Quelle: dpa
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Dortmund

Würden Sie sich Ihre Zeitung von Robotern schreiben lassen? Beispielsweise Berichte über ein Gipfeltreffen zwischen Kanzlerin Merkel und Präsident Macron? Meinen Sie, Sie könnten solche Maschinentexte von durch Menschen geschriebenen unterscheiden?

Zugegeben: Noch gibt es keine Programme, die komplexere Texte wie etwa eine Reportage verfassen könnten. Bislang lassen sich nur einfache Berichte automatisiert erstellen, beispielsweise Wetter- oder Verkehrsnachrichten.

Doch die Technik entwickelt sich schnell weiter. Und sie wird Menschen zumindest in puncto Datenverarbeitung irgendwann überlegen sein. Es stellt sich also die Frage nach neuen Spielregeln in der automatisierten Welt – auch für den Roboterjournalismus. Wer haftet etwa für Robotertexte? Brauchen sie eine besondere Kennzeichnung? Kann ein Programm – rechtlich gesehen – der Autor eines Textes sein?

Antworten darauf müssen noch gefunden werden. Sie sind allerdings eng verknüpft mit der ewigen Frage, was eigentlich die Aufgabe von Journalismus ist. Die Vermittlung von relevanten Informationen gehört seit jeher dazu. Das können vielleicht Roboter sogar in manchen Situationen schneller leisten als Menschen. Journalismus dient aber darüber hinaus dazu, am Prozess der Meinungsbildung mitzuwirken und negative wie positive Entwicklungen in Staat und Gesellschaft aufzuzeigen. Roboter, die das können, sind nicht in Sicht. Die öffentliche Verständigung bleibt auch deshalb ein gesellschaftlicher Prozess unter Menschen. Zum Glück.

Tobias Gostomzyk ist Professor für Medienrecht an der Technischen Universität Dortmund.

Von Tobias Gostomzyk

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