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Medien Zuckerberg kündigt an: Facebook soll ein privates Netzwerk werden
Nachrichten Medien Zuckerberg kündigt an: Facebook soll ein privates Netzwerk werden
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13:15 07.03.2019
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will die Privatsphäre seiner Nutzer in den Fokus rücken. Quelle: AP
San Francisco

Kurz nach seinem 15. Geburtstag steht es nicht gut um das Soziale Netzwerk Facebook. Die fulminante Anfangsära ist verblasst, Nutzerrekorde, Börsengang, Übernahmen großer Konkurrenten vergessen. Stattdessen laufen Verfahren – wegen Machtmissbrauchs, Einflussnahme, fehlender Transparenz und Datenmissbrauchs.

Mit einigen grundlegenden Veränderungen will Gründer und CEO Mark Zuckerberg den negativen Schlagzeilen nun offenbar entgegenwirken. In einem Blogeintrag erklärt der 34-Jährige seine Vision des Sozialen Netzwerks, in dem die Privatsphäre der User künftig in den Fokus rücken soll.

Zuckerbergs Vision: Wohnzimmer statt Marktplatz

Facebook und Instagram hätten in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass sich Freunde, Gemeinde und Interessen auf einem „digitalen Marktplatz“ zusammenfinden, schreibt Zuckerberg. „Doch die Menschen wollen sich zunehmend privat in dem digitalen Äquivalent des Wohnzimmers verbinden.“ Er glaube daher, dass eine private Plattform in Zukunft wichtiger sei als die heutigen, offenen Formen.

Zuckerberg erwägt eine „einfachere Plattform“, die auf „Privacy first“ setzt. Auch wenn Facebook aktuell nicht den besten Ruf habe, wenn es um geschützte Privatsphäre gehe und man sich in der Vergangenheit mehr auf das Teilen konzentriert hätte.

Whatsapp-Funktionen integrieren, Daten automatisch löschen

Für die Veränderung will das kalifornische Unternehmen unter anderem auf Whatsapp-Tools setzen. Neben dem Messaging sollen Funktionen für private Video-Telefonie, Storys, Chats und E-Commerce ausgebaut werden. Dabei sollen unter anderem Sicherheit, Verschlüsselung und eine Reduzierung von Verfügbarkeit im Vordergrund stehen. Letzteres beinhaltet unter anderem, dass Daten wie Chatverläufe nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen und regelmäßig automatisiert gelöscht werden.

Generell sollen die drei Netzwerke Facebook, Whatsapp und Instragram noch näher zusammenrücken. Bereits Ende Januar hatte die „New York Times“ entsprechende Gerüchte veröffentlicht. Demnach plant Facebook die Infrastrukturen der Apps miteinander zu verschmelzen.

Zuckerberg will die neuen Ideen in den kommenden Jahre ausbauen. Wann genau die Veränderungen sichtbar sein werden, ließ der Gründer offen. Der Datenschutz steht bei Facebook bereits seit einiger Zeit auf der Agenda. Erkennbare Verbesserungen für Nutzer hat es bisher kaum gegeben. Vor Kurzem gab Facebook allerdings bekannt, dass noch in diesem Jahr die „Clear History“-Funktion ausgerollt werden soll. Sie könnte Usern mehr Übersicht und Kontrolle über die eignen Daten zusprechen.

Von RND/Mila Krull

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