Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Panorama 3,5 Millionen Tonnen Müll täglich - keine Trendwende in Sicht
Nachrichten Panorama 3,5 Millionen Tonnen Müll täglich - keine Trendwende in Sicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:09 30.10.2013
Eine offene Müllkippe im Umland von Buenos Aires. Quelle: Greenpeace
London

Der Anstieg bei der Müllproduktion sei höher als der bei anderen umweltschädigenden Faktoren, Treibhausgase eingeschlossen, heißt es in dem Kommentar. Auf einigen Müllhalden etwa in China, Korea, Brasilien und Mexiko landeten mehr als 10 000 Tonnen Abfälle - täglich.

Schon jetzt seien die Auswirkungen auf den Planeten immens, wie etwa die gewaltigen Müllstrudel in den Ozeanen zeigten, warnen die Forscher. "Und wir sind auf dem Weg, die Mengen mehr als zu verdreifachen." Mögliche Ansatzpunkte für eine Trendwende seien gebremstes Bevölkerungswachstum, verbessertes Ressourcenmanagement der Städte und technologische Fortschritte etwa für leichtere Verpackungen. "Der Gewinn für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft wäre enorm."

Derzeit produzieren die Industrieländer in Europa und Nordamerika den meisten Müll. Hier erwarten die Experten den Höchststand der täglichen Müllmenge um das Jahr 2050. Aufgrund von geringem Bevölkerungswachstum und der technologischen Entwicklung werde sich die Menge anschließend langsam verringern. In einzelnen Städten könne dies schon früher geschehen: So habe sich die Stadt San Francisco in Kalifornien (USA) das Ziel gesetzt, bis 2020 den Abfall auf Null zu reduzieren. Derzeit werden 55 Prozent aller Abfälle recycelt oder wiederverwendet, heißt es in "Nature".

Generell sei Müll vor allem ein Problem urbaner Regionen. Ein Städter verursache doppelt bis viermal so viel Müll wie ein Landbewohner - und die Verstädterung nehme weltweit zu, schreibt das Team um Daniel Hoornweg. Er ist Professor für Energiesysteme an der Universität von Ontario (Kanada) und Mitverfasser eines Weltbank-Berichts von 2012 zum Thema Abfall. Für das Jahr 2025 seien täglich mehr als sechs Millionen Tonnen festen Mülls zu erwarten - genug, um eine 5000 Kilometer lange Reihe von Müllautos zu befüllen.

Besonders stark wachse das Müllaufkommen immer dort, wo das Wirtschaftswachstum hoch sei - derzeit etwa in Ostasien, vor allem in China. Prognosen zufolge werde die südasiatische Wirtschaft, besonders die indische, um das Jahr 2025 stärker wachsen. Für die afrikanischen Staaten südlich der Sahara werde das für 2050 erwartet. Die Entwicklung in Afrika sei entscheidend dafür, wie hoch der Gipfel der weltweiten Müllerzeugung ausfallen wird und wann er erreicht wird, schreiben die Wissenschaftler.

Ein Positivbeispiel sei neben San Francisco die japanische Stadt Kawasaki, in der industrielle Prozesse so verbessert worden seien, dass 565 000 Tonnen Müll pro Jahr vermieden werden. Überhaupt könne Japan ein Vorbild beim Umgang mit Müll sein, schreiben die Autoren. Der durchschnittliche Japaner verursacht demnach ein Drittel weniger Müll als der durchschnittliche Amerikaner - bei ähnlich hohem Bruttoinlandsprodukt. Hoornweg und Kollegen führen das auf kulturelle Normen, aber auch eine dichtere Bevölkerung in den Städten und die hohen Preise für Importgüter zurück.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einer Kombination von zwei körpereigenen Hormonen könnten sich einige Diabetiker effektiver behandeln lassen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um Matthias Tschöp, Leiter des Instituts für Diabetes und Adipositas am Helmholtz Zentrum München.

30.10.2013

Die Heavy-Metal-Band Motörhead verschiebt wegen Krankheit ihres Frontsängers Lemmy Kilmister ihre Europatournee. In Deutschland waren ursprünglich für November und Dezember Konzerte in Berlin, Frankfurt, Stuttgart, München, Düsseldorf und Hamburg geplant.

30.10.2013

Und noch ein Fräuleinwunder, gerade mal 16 Jahre alt, aus Neuseeland. Sollen diese jungen Mädchen doch erstmal etwas erleben, ihre Jugend verschwenden, und dann drüber singen.

30.10.2013
Anzeige