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Panorama Abgeschobener Afghane wohl schon in Deutschland depressiv
Nachrichten Panorama Abgeschobener Afghane wohl schon in Deutschland depressiv
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17:12 13.07.2018
Am 4. Juli wurden 69 Flüchtlinge abgeschoben, unter ihnen auch Jamal Naser M., der später Selbstmord beging. Quelle: imago/Michael Trammer
Hamburg/Kabul


Der abgelehnte Asylbewerber Jamal Naser M., der in Kabul Selbstmord begangen hat, litt offenbar bereits vor seiner Abschiebung aus Deutschland an psychischen Problemen. Ehemalige Mitbewohner des Afghanen sagten dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, M. habe depressiv und verwirrt gewirkt. Im Frühjahr 2018 war er wegen psychischer Probleme in Behandlung. Eigentlich sehen Behörden unter solchen Umständen in der Regel von Rückführungen ab.

Die Hamburger Ausländerbehörde unterstreiche, M. sei vor der Abschiebung auf Flugtauglichkeit untersucht worden, es habe keine Anzeichen für eine Suizidgefahr gegeben.

M. war in Deutschland wegen diverser Vergehen verurteilt

Schon 2014 wurde er wegen Schwarzfahrens und Diebstahls belangt und musste Sozialstunden ableisten. Im Jahrestakt kamen weitere Straftaten hinzu – am Silvesterabend 2017 soll er einen Mann in einem Hostel ausgeraubt haben. Bevor das Verfahren vor Gericht ging, wurde M. abgeschoben.

Der Fall sorgte für großes Aufsehen, weil M. zu den 69 abgeschobenen Afghanen gehörte, die Bundesinnenminister Horst Seehofer mit seinem 69. Geburtstag am 4. Juli in Verbindung setzte. Am selben Tag wurden die Flüchtlinge ausgewiesen.

Nach Abschiebung überwiegend sich selbst überlassen

Die Bundesregierung kümmert sich so gut wie nicht um die Rückkehrer nach deren Ankunft in Kabul – entgegen ihren Beteuerungen. Die Afghanen wurden stattdessen in einer Übergangsunterkunft der Internationalen Organisation für Migration (IOM) überwiegend sich selbst überlassen. M. wurde vermutlich erst eine Woche nach seinem Suizid gefunden – andere Hotelbewohner hatten sich über den strengen Geruch aus seinem Zimmer beklagt.

Haben Sie Suizidgedanken? Dann wenden Sie sich bitte an folgende Rufnummern:

Telefon-Hotline (kostenfrei, 24 h), auch Auskunft über lokale Hilfsdienste:

0800 - 111 0 111 (ev.)

0800 - 111 0 222 (rk.)

0800 - 111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)

Email: unter www.telefonseelsorge.de

Von RND/Frida Kammerer

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