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Panorama Berger kämpfen vor Norwegen um Fregatte
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14:29 10.11.2018
Von Frank Behling
Fregatte "Helge Ingstad" liegt auf einem Felsen und droht weiter zu sinken. Die Lage ist vergleichbar mit der "Costa Concordia" vor Italien. Quelle: Kystverket
Bergen

Die neue Fregatte liegt auf einem Felsen unweit der Unglücksstelle. Seit Freitag sind nach Mitteilung der norwegischen Marine Spezialisten ziviler Firmen mit der Sicherung der Fregatte beschäftigt. Am Rumpf des Militärschiffs werden zunächst fünf Befestigungspunkte angeschweißt. An diesen Ösen sollen bis zu zehn Stahltrossen befestigt werden.

Die Stahltrossen werden auf der nahen Insel an Ankern befestigt. Erst wenn diese Sicherung erfolgt ist und die Fregatte stabilisiert ist, dürfen Bergungsexperten mit der Erkundung im Schiff beginnen. Unter Wasser hat die norwegische Marine erste Eindrücke durch einen Tauchroboter gewonnen. Dabei wurde auch der Untergrund rund um die Fregatte erkundet.

Lage der Fregatte erinnert an "Costa Concordia"

Für die Vorbereitungen zur Bergung wurden von der Marine die deutsch-norwegische Klassifikationsgesellschaft DNVGL und das norwegische Schlepperunternehmen Boa Managenent AS eingeschaltet. Die Bergung wird nach ersten Kalkulationen Wochen dauern.

Die 133 Meter lange und rund 5000 Tonnen schwere Fregatte soll in einem Stück wieder schwimmfähig gemacht werden. Dabei soll das Schiff zuerst abgedichtet und aufgerichtet werden.

Ein ähnliches Verfahren war zuletzt bei der „Costa Concordia“ 2013 vor der Insel Giglio in Italien angewandt worden. Ähnlich wie die italienische Kreuzfahrer liegt die „Helge Ingstad“ auf der Steuerbordseite und hat mehr als 50 Grad Schlagseite.

Wenn dieses  Vorhaben gelungen ist, soll die "Helge Ingstad" möglicherweise auf einen absenkbaren Schwerlastponton verholt und zur wenige Meilen entfernten Marinebasis Haakonsvern bei Bergen geschleppt werden.

Norwegens Marine hat vorerst nur vier Fregatten

Ob die fast 800 Millionen Euro teure Fregatte wieder repariert werden kann, soll danach entschieden werden. Da Norwegen nur fünf Fregatten besitzt, werde ein Konzept erarbeitet, wie die Verteidigungsfähigkeit des Landes auch mit nur vier Fregatten über die nächsten Jahre erhalten werden kann, heißt es in der Mitteilung der Marine.

Die Suche nach der Ursache hat die norwegische Kommission für Verkehr (SHT) übernommen. Sie muss klären, wieso die Fregatte und der Tanker am Donnerstag um 4 Uhr morgens in dem Fjord kollidieren konnten.

Nach dem Stand der bisherigen Ermittlungen hat der 250 Meter lange Tanker „Sola TS“ kurz vor der Kollision von dem Ölterminal Sture abgelegt und befand sich zusammen mit einem Schlepper auf dem Weg zur offenen See.

Tanker durfte Reise nach England fortsetzen

Die „Sola TS“ hat die Untersuchung und Überprüfung inzwischen beendet. Der Tanker befindet sich mit Rohöl auf dem Weg zu einem Hafen in Südengland. Der 250 Meter lange und 44 Meter breite Rumpf des erst 2017 in Dienst gestellten Tankers war bei der Kollision nur leicht beschädigt worden. Am Bug gab es leichte Einbeulungen und Farbkratzer.

Die norwegische Fregatte "Helge Ingstad" wurde beim Zusammenstoß mit dem Tanker "Sola TS" schwer beschädigt. Wann das Schiff geborgen werden kann, steht noch nicht fest.
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