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Panorama Arnstein trauert um die sechs toten Jugendlichen
Nachrichten Panorama Arnstein trauert um die sechs toten Jugendlichen
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15:35 30.01.2017
Sechs tote Jugendliche in Gartenlaube gefunden: Die Hintergründe des schrecklichen Geschehens geben weiter Rätsel auf. Quelle: dpa
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Arnstein

Am Tag nach dem entsetzlichen Fund von sechs Toten in einer Gartenlaube herrscht Trauer in Arnstein. „Es ist für uns ein schwerer Schicksalsschlag, so viele junge Menschen zu verlieren“, sagte der Zweite Bürgermeister, Franz-Josef Sauer (CSU) am Montag. „Es fehlen oft die richtigen Worte, es sind viele Bilder im Kopf.“

Ein besorgter Vater hat am Sonntagmorgen in Arnstein die Leichen von sechs jungen Frauen und Männern entdeckt, darunter seine eigenen Kinder. Die Teenager hatten am Vorabend eine private Feier in der Gartenlaube veranstaltet.

Am Sonntagvormittag hatte ein besorgter Vater in dem kleinen Ort im Landkreis Main-Spessart in Unterfranken in seinem Gartenhäuschen die Leichen der sechs jungen Menschen im Alter von 18 und 19 Jahren entdeckt. Unter den Opfern sind auch sein Sohn und seine Tochter. Als Sauer die Nachricht von dem schrecklichen Fund bekam, kam er gerade aus dem Gottesdienst. Sofort fuhr er zu der Laube. „Dem betroffenen Vater in die Augen zu sehen - das kann man in keiner Schule lernen“, sagte er am Montag.

Trauerstunde für die Opfer

Die katholische Kirchengemeinde wollte am Montagabend mit einer Trauerstunde der Opfer gedenken. Sie sollte in der Stadtkirche St. Nikolaus stattfinden und richtete sich ausdrücklich nur an Angehörige und Freunde, wie eine Seelsorgerin der Pfarrgemeinde sagte.

In der Stadt herrscht Entsetzen. „In die Situation reinversetzen kann sich keiner“, sagt eine Frau im Café in der Ortsmitte von Arnstein. Sie sitzt mit zwei Freundinnen in einer Ecke des Backshops, die drei um die 40 haben Kaffee vor sich stehen. „Unsere Kinder sind noch kleiner, aber man überlegt sich schon: Was wär, wenn das jetzt unsere Kinder wären?“

Auch einen Tag nach dem Fund gab das Geschehen den Ermittlern Rätsel auf. „Die Umstände sind nach wie vor unklar“, sagte Polizeisprecher Björn Schmitt. Eine am Montag angeordnete Obduktion der Toten – fünf junge Männer und eine Frau – könnte Aufschluss über die Todesursache geben. Angeordnet wurden außerdem Blutuntersuchungen „auf etwaige körperfremde Stoffe“, wie die Würzburger Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei mitteilten. Die Ermittlungen werden den Angaben zufolge „aufgrund der Vielzahl der Verstorbenen und des Umfangs der erforderlichen Untersuchungen“ noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Keine Hinweise auf Gewaltverbrechen

Die jungen Leute hatten in der abgelegenen Gartenlaube eine Party gefeiert. Hinweise, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuten könnten, gab es den Ermittlern zufolge zunächst nicht. In der Hütte befand sich nach Polizeiangaben ein Holzofen, der während der Feier in Betrieb war. Ob dieser den Tod der sechs jungen Menschen verursacht hat, blieb zunächst offen. „An irgendwelchen Spekulationen wollen wir uns nicht beteiligen“, sagte der Polizeisprecher.

Drei der jungen Menschen – darunter auch das Geschwisterpaar – stammten nach Angaben des zweiten Bürgermeisters Sauer direkt aus Arnstein, zwei junge Männer aus Eußenheim (Landkreis Main-Spessart) und das sechste Opfer aus Wasserlosen (Landkreis Schweinfurt).

Weil der Vater nach der Feier am Samstagabend bis in die Morgenstunden keinen Kontakt zu seinen Kindern hatte, wollte er am Sonntag nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Nach dem furchtbaren Fund alarmierte er die Rettungskräfte, die aber nur noch den Tod der sechs Teenager feststellen konnten. Die Angehörigen wurden von Notfallseelsorgern betreut.

Von dpa/RND

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