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Bäume am Straßenrand häufige Ursache für tödliche Unfälle

Unfälle Bäume am Straßenrand häufige Ursache für tödliche Unfälle

Auto prallt gegen Baum - das war im Jahr 2011 die Ursache jedes fünften tödlichen Verkehrsunfalls in Deutschland. Der Anteil der tödlichen Baum-Unfälle sinkt seit 1995 zwar kontinuierlich, trotzdem starben bei 746 Unfällen dieser Art im letzten Jahr 821 Menschen.

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Schon bei einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Kilometern pro Stunde kann der Aufprall eines Autos auf einen Baum tödlich enden.

Quelle: Stefan Thomas / Archiv

Wiesbaden. Die Zahlen gab das Statistische Bundesamt am Dienstag bekannt. Im damals ersten Jahr der Statistik starb noch jeder vierte Verkehrstote an den Folgen eines Baum-Unfalls.

Die meisten der 821 Toten (87 Prozent) kamen auf Landstraßen außerhalb von Ortschaften ums Leben. In vier von fünf dieser Unfälle verlor der Fahrer ohne fremde Beteiligung die Kontrolle über sein Fahrzeug. Insgesamt ereigneten sich auf Deutschlands Straßen 3724 tödliche Verkehrsunfälle, 4009 Menschen starben.

"Wenn man nur die Landstraßen nimmt, ist jeder dritte tödliche Unfall ein Baumunfall", sagte der Leiter der Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann, der Nachrichtenagentur dpa. Besonders häufig seien solche Unfälle in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen - nicht nur an Alleen.

Die meisten Unfallverursacher seien vermutlich junge Männer zwischen 18 und 24 Jahren, sagte der Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD), Dirk Vincken. "Übermüdung, Selbstüberschätzung, Alkohol, Euphorie nach einem Discobesuch, nasse Straßen und Laub - ein Cocktail aus solchen Faktoren", nennt Vincken als Ursache. "Junge Fahrer, die zu schnell fahren, durch viele Mitfahrer abgelenkt sind und ihr Auto noch nicht so im Griff haben", ergänzte Brockmann.

Schon bei einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Kilometern pro Stunde könne der Aufprall eines Autos auf einen Baum tödlich enden - vor allem wenn es mit der Seite dagegen pralle, betonte Vincken.

Vincken sprach sich für drastische Aufklärungskampagnen aus, bei denen gezeigt werde, was dann passiere. "Der Tod im Straßenverkehr wird gesellschaftlich immer noch tabuisiert." Außerdem könnten Leitplanken zwischen Baum und Straße sowie Geschwindigkeitskontrollen helfen. "Wir dürfen keine neuen Todesfallen schaffen", sagte Brockmann. Er plädiert unter anderem für Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote in Alleen.

dpa

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