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Panorama Bettina Wulff sagt Talkshow-Auftritte ab
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08:21 17.09.2012
Bettina Wulff zieht sich zurück. Quelle: Matthias Balk

von Radio Bremen und NDR.

Die ehemalige First Lady habe sich entschlossen, derzeit gar keine Medientermine mehr wahrzunehmen, hieß es auf der Website der Maischberger-Sendung.

Ihr Buch "Jenseits des Protokolls" war in den vergangenen Tagen verrissen worden. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte der Zeitung "Die Welt": "Ich verstehe nicht, wie sich jemand über zu viel Öffentlichkeit beklagen kann, der gleichzeitig sein Leben mit intimsten Details nach außen kehrt." Die 38-Jährige musste sich außerdem vorwerfen lassen, in Selbstmitleid zu schwelgen und sich nicht klar genug zu ihrem Mann Christian Wulff zu bekennen.

Rückendeckung erhielt sie allerdings in ihrem Kampf gegen verleumderische Rotlicht-Gerüchte im Internet: Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will sich nach eigenen Worten für eine Stärkung der Persönlichkeitsrechte im Netz einsetzen.

In einer Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin "Focus" gaben 72 Prozent der Befragten an, sie hielten es für falsch, dass Bettina Wulff in ihrem Buch über Eheprobleme und das Krisenmanagement ihres Mannes berichte. Eine repräsentative Umfrage für "Bild am Sonntag" ergab, dass die große Mehrheit der Deutschen kein Mitleid mit ihr habe: 80 Prozent fühlen demnach nicht mit ihr mit. Zudem halten viele sie für unglaubwürdig: Ihre Aussage, sie sei in die Rolle der Präsidentengattin gedrängt worden, nehmen ihr fast zwei Drittel der Befragten nicht ab.

Vor allem im Internet bekam das Buch viel Hohn und Spott ab. Bei Amazon etwa hatte es bis Sonntagmittag die extrem hohe Zahl von 770 Bewertungen erhalten, die jedoch ganz überwiegend vernichtend ausfielen. "Selbstmitleid pur - langweilig, egoistisch und überflüssig", lautete der Titel einer typischen Rezension. Eine andere trug die Überschrift: "Das Schaf im Wulffspelz".

Mit dem Buch wollte sich Bettina Wulff auch gegen Internet-Gerüchte um eine angebliche Rotlicht-Vergangenheit wehren. In diesem Punkt wird sie von Bundesinnenminister Friedrich unterstützt. "Das Beispiel von Bettina Wulff dokumentiert, wie wichtig der Schutz der Persönlichkeitsrechte im Netz ist", sagte Friedrich dem Magazin "Der Spiegel". "Ich habe großes Verständnis für das Anliegen von Frau Wulff und verstehe, dass sie verletzt ist." Wulff hat wegen der Gerüchte die Suchmaschine Google verklagt, da diese bei der Eingabe ihres Namens sofort Kombinationen mit Begriffen wie "Prostituierte" oder "Escort" anbietet.

Wulff hat eidesstattlich erklärt, dass alle Behauptungen über ihr angebliches Vorleben als Prostituierte oder sogenannte Escort-Dame falsch sind. Ihr entschiedenes Auftreten hat nun allerdings bewirkt, dass die Gerüchte noch viel mehr Menschen bekannt geworden sind: In der Umfrage für "Bild am Sonntag" gaben 81 Prozent der Befragten an, vorher nichts von den hauptsächlich im Internet verbreiteten Unterstellungen gewusst zu haben.

dpa

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