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Panorama Clubszene demonstriert gegen Gema-Reform
Nachrichten Panorama Clubszene demonstriert gegen Gema-Reform
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17:51 06.09.2012
Protestaktion gegen die geplante Gebührenerhöhung der Gema in Berlin. Quelle: Marc Tirl

Bunte Wagen beschallten das Gebäude mit Techno-Musik.

"Wenn die Gema ihre Reform durchsetzt, stirbt die Clubkultur", erklärte das Bündnis aus diversen Hauptstadtclubs, darunter bekannte Adressen wie Berghain, Tresor und Watergate. Am Abend sollte es eine große Straßenparade über den Kurfürstendamm geben, der alten Strecke der Loveparade. Auch in anderen deutschen Großstädten gab es Demonstrationen gegen die aus Sicht der Gema-Gegner horrenden Tariferhöhung.

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) will ihr Tarifsystem reformieren, um Urheber besser für ihre Werke zu vergüten. Vor der Demonstration, an der auch Politiker des Senats und des Abgeordnetenhauses teilnahmen, verteidigte die Gesellschaft ihre Pläne. Club- und Diskothekenbetreiber hätten in der Vergangenheit zu wenig bezahlt - deshalb sei eine Tariferhöhung gerecht und angemessen, sagte der Direktor des Gema-Bezirks Berlin, Martin Schweda. Berlins Clubszene ist mittlerweile ein Wirtschaftsfaktor, wo jedes Jahr Millionen Euro verdient werden.

Gleichzeitig zeigte sich die Gema verhandlungsbereit. "Das Letzte, was wir wollen, ist, dass ein Club wegen der Reform schließen muss", sagte Schweda. Um die Sorgen der Clubbetreiber berücksichtigen zu können, müssten diese aber an den Verhandlungstisch zurückkehren. Bislang hat erst ein großer Verband, der Bund Deutscher Karneval (BDK), die neuen Tarife akzeptiert und einen Vertrag mit dem Treuhänder abgeschlossen.

Die Betreiber der Clubs und Diskotheken sehen sich wegen der Reformpläne in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Künftig sollen sie pauschal zehn Prozent der Eintrittsgelder an die Gema abführen. "Dann sind wir pleite, und zwar alle", sagte die Betreiberin des KitKatClubs, Kirsten Krüger. Momentan zahle sie pro Jahr etwa 16 000 Euro an die Gema. Nach der Reform wären es laut Krüger 228 000 Euro, was für den KitKatClub das Ende bedeuten würde.

Hauptvorwurf der Gema-Gegner ist, dass von der Gebührenerhöhung vor allem Produzenten-Schwergewichte wie Dieter Bohlen oder Herbert Grönemeyer profitierten. Bei den Künstlern, deren Musik in den kleinen Clubs gespielt werde, lande kaum Geld.

"Das stimmt so nicht", sagte Gema-Bezirksdirektor Schweda. Es gebe keine "Dieter-Bohlen-Steuer" oder Quersubventionierung in andere Töpfe. "Was wir in den Clubs an Musikstücken erfassen, geht auch an deren Urheber zurück." Die Clubbetreiber wiesen diese Behauptung als unwahr zurück. Ein Schiedsgericht vor dem Marken- und Patentamt (DPMA) soll zwischen den Fronten vermitteln.

dpa

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