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Panorama Deutsche haben geringere Lebenserwartung als andere Europäer
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16:39 22.11.2018
Ein altes Ehepaar küsst sich im Park. Quelle: epd
Hannover

Die Deutschen leben im Durchschnitt kürzer als andere Westeuropäer: Das hat nun die Gesundheitsstudie „Global Burden of Disease Study“ herausgefunden – und stellt damit eine große Frage in den Raum: Warum? Schließlich gilt das deutsche Gesundheitssysteme als eines der besten Welt.

Das scheint jedoch keinen Einfluss zu haben: Während in Westeuropa insgesamt die Lebenserwartung für Neugeborene mittlerweile im Schnitt bei 79,5 Jahren (männlich) und 84,2 Jahren (weiblich) liegt, ist sie in Deutschland geringer: Der Studie zufolge werden Männer in Deutschland durchschnittlich 78,2 Jahre alt, Frauen 83 Jahre. Damit bilden die deutschen Männer von allen 22 westeuropäischen Nationen das Schlusslicht. Bei den Frauen liegen nur die Großbritannierinnen und Däninnen (82,7 Jahre) noch darunter.

Schweizer und Spanierinnen leben am längsten

Ganz oben im Lebenserwartungsranking stehen die Schweizer Männer (82,1 Jahre) und die spanischen Frauen (85,8 Jahre). Noch schlechter als die Deutschen schneiden die osteuropäischen Länder ab: Dort haben männliche Neugeborene eine durchschnittliche Lebenserwartung von nur 66,5 Jahren, weibliche eine von 77,2 Jahren.

Den Grund für das schlechte Abschneiden Deutschlands sieht Pavel Grigoriev, Wissenschaftler beim Max-Planck-Institut für Demografische Forschung in Rostock, dem Tagesspiegel“ zufolge im ungesunden Lebensstil. Im Vergleich zu Mittelmeer-Ländern wie Spanien oder Frankreich seien Herz-Kreislauf-Erkrankungen hierzulande deutlich stärker verbreitet, was vor allem an der Ernährung liege. So basiere die Mittelmeerküche nicht bloß auf vielen Fischgerichten, sondern enthalte auch deutlich mehr Gemüse, Salate, Hülsenfrüchte und Obst. In Deutschland dominierten hingegen kalorienreiche, fetthaltige Gerichte. Dazu komme ein hoher Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Übergewicht.

Auch Vermögensverhältnisse spielen bei Lebenserwartung eine Rolle

Ein weiterer Faktor seien laut Hilfsorganisation Oxfam die Vermögensverhältnisse. Nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts sterben Männer, die an der Armutsgrenze oder darunter lebten, in Deutschland im Schnitt 10,8 Jahre früher als Wohlhabende. Neben einer Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Körper, die sich unter anderem durch höheren Tabakkonsum äußere, spiele der psychische Druck durch die insgesamt beengte Lebenssituation eine Rolle.

Von RND/hsc

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