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Panorama Die Frau, die Drogenboss „El Chapo“ liebt
Nachrichten Panorama Die Frau, die Drogenboss „El Chapo“ liebt
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20:42 07.11.2018
Auf dem Weg zur Gerichtsanhörung ihres Ehemanns „El Chapo“: Emma Coronel Aispuro präsentiert auf Instagram nicht nur ihre Unterstützung für den Drogenboss, sondern auch ihr Luxusleben. Quelle: imago stock&people
New York

Er soll für bis zu 3000 Morde verantwortlich sein, mehr als 300 Tonnen Kokain und Heroin in die USA geschmuggelt haben: Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán (61) gilt als einer der meistgehassten Männer der USA. Und doch gibt es eine Person, die seit mehr als zehn Jahren zu ihm hält: seine Frau Emma Coronel Aispuro (29).

Natürlich begleitet die ehemalige Schönheitskönigin ihren Mann auch täglich ins Gericht – seit Montag wird „El Chapo“ in New York der Prozess gemacht. Bis Dienstag sollte die Juryauswahl stehen, kurz vorher sorgte noch ein möglicher Kandidat für Aufsehen. Er soll den Drogenboss um ein Autogramm gebeten haben – und wurde anschließend natürlich nicht Teil der zwölf Geschworenen.

„El Chapos“ Frau präsentiert ihr Luxusleben auf Instagram

„El Chapo“, der ehemalige Anführer des mexikanischen Drogenkartells Sinaloa, sitzt seit mittlerweile zwei Jahren im Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan in Isolationshaft in einer 15-Quadratmeter-Zelle, während sich die 29-Jährige mit den langen dunklen Haaren und den voluminösen Lippen ein schönes Leben macht.

Auf Instagram zeigt sie sich ihren fast 350 000 Abonnenten gern mit großer Sonnenbrille und in Designerkleidung – ihre siebenjährigen Zwillinge ab und zu im passenden Outfit an der Hand. Ein Bild zeigt das Trio in rosafarbenen Kleidern, die Mädchen halten Louis-Vuitton-Taschen in den Händen. Auf einem anderen Video präsentiert Coronel Aispuro eine jahrmarktähnliche Barbie-Party, die sie für den siebten Geburtstag der Zwillinge organisiert hat.

Um die gemeinsamen Kinder mit „El Chapo“ muss sich Coronel Aispuro, die den Drogenboss an ihrem 18. Geburtstag heiratete, höchstwahrscheinlich für immer allein kümmern. Bei einer Verurteilung droht Guzmán eine lebenslange Haftstrafe. Es ist nicht der einzige Nachwuchs, den der 61-Jährige zurücklässt: Er hat neun Kinder mit drei Frauen. Sogar im Knast soll er mal eine Gefangene geschwängert haben, die das Kind aber verlor.

„El Chapo“ wird unter Sicherheitsvorkehrungen eskortiert. Mit seinen Drogengeschäften soll er ein Vermögen von 12 Milliarden Euro angehäuft haben. Quelle: U.S. law enforcement

Zwar lässt der Drogenboss seine Frau mit der Erziehung der Kinder allein, finanziell jedoch muss sie sich keine Sorgen machen: Laut dem „Vermögenmagazin“ soll er 12 Milliarden Euro angehäuft haben. Genug für lebenslangen Luxus. Von ihrem Gatten wendet sie sich aber nicht ab, nur weil er wohl für immer hinter Gittern sitzen wird: Die 29-Jährige ist bei jedem Gerichtstermin dabei, postet Bilder, wie sie zum Gericht läuft – hinter sich eine Horde von Fotografen.

„El Chapo“ kann Unterstützung vor Gericht gebrauchen

Auch der erste Blick Guzmáns wandert bei den Anhörungen immer zu seiner Frau. Ihre emotionale Unterstützung kann er gut gebrauchen. Es heißt, er leide im Gefängnis. Außerdem sind es die einzigen Momente, in denen das Paar sich noch sehen darf. Ansonsten gilt ein Besuchsverbot. Zu groß ist die Angst vor einem erneuten Ausbruch nach „El Chapos“ unvergessener Flucht 2015 durch einen von Helfern gegrabenen Tunnel, zu groß die Befürchtung, seine Frau könnte ihm dabei helfen.

Die Einrichtung in Manhattan, in der er jetzt sitzt, soll härter sein als das Lager Guantánamo auf Kuba. Das sieht seine Frau genauso: In ihren Posts und in Interviews setzt sie sich immer wieder für „El Chapo“ ein. Sie beschwert sich über das Besuchsverbot – aber auch über das Trinkwasser im Gefängnis, das ihrem Mann nicht gut bekomme. Dabei hofft sie entgegen aller Prognosen auf ein Happy End mit Ehemann und Vater „El Chapo“: „Alles wird gut, vielleicht nicht heute, aber irgendwann“, schreibt sie unter ein Bild mit ihren Töchtern.

Kennengelernt haben soll sie ihren Ehemann übrigens bei einer Party, die von ihrem Vater organisiert wurde – ebenfalls ein Mitglied des Sinaloa-Kartells. Das Leben mit Mord und Totschlag ist also nichts Neues für sie.

Von Hannah Scheiwe

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