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Panorama Explosion zerfetzt Mehrfamilienhaus
Nachrichten Panorama Explosion zerfetzt Mehrfamilienhaus
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15:03 31.03.2017
In Dortmund ist ein Wohnhaus explodiert. Quelle: dpa
Dortmund

Bei der Explosion am Freitagmorgen in Dortmund wurde mindestens ein Bewohner schwer verletzt. Die Feuerwehr retteten den mit Hilfe einer Drehleiter aus dem zerstörten Haus, wie der WDR berichtete. Die Einsatzkräfte brachten ihn in ein Krankenhaus. Zwei Zeugen stehen nach Angaben der Feuerwehr unter Schock. Einer von ihnen sei durch die Trümmerteile offensichtlich auch leicht verletzt worden.

Tonnen von Trümmerteilen flogen auf die Straße und zerstörten geparkte Autos: Eine Explosion hat große Teile eines Mehrfamilienhauses in Dortmund zerstört.

Ein Bewohner schilderte, wie er die Explosion erlebt hatte. „Ich war in der Wohnung. Auf einmal gab’s einen Knall. Alles war dunkel. Dann kam die Decke runter. Ich konnte noch raus und das war es dann“, erzählte Hermann Avenmarg dem Westdeutschen Rundfunk. Nach Angaben des Senders lebt der Mann seit 37 Jahren in dem Haus.

Ob es weitere Verletzte gibt oder ein Todesopfer zu beklagen ist, konnte die Feuerwehr wenige Stunden nach der Explosion noch nicht ausschließen. Eine Frau werde vermisst, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Sie war auf Nachtschicht gewesen und könnte morgens zu Hause gewesen sein. Das war aber auch am frühen Nachmittag noch unklar.

Auch der Grund für die Detonation war zuerst noch ungeklärt.

Wegen Einsturzgefahr kommt die Feuerwehr nur mühsam voran

Offensichtlich waren die meisten Bewohner zum Zeitpunkt der Explosion gegen 8.45 Uhr am Morgen nicht mehr im Mehrfamilienhaus. Wegen Einsturzgefahr kam die Feuerwehr bei der Suche nur mühsam voran. Einige verschüttete Räume waren am Vormittag noch nicht durchsucht. 100 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst gingen in den Einsatz.

Durch die Wucht der Explosion wurden das Dachgeschoss und die beiden oberen Stockwerke zerstört. Zwischen den angrenzenden Wohnhäusern im Vorort Dortmund-Hörde klafft jetzt eine meterhohe Lücke. Lediglich das Erdgeschoss des verwüsteten Hauses scheint noch intakt zu sein. Tonnen von Trümmerteilen flogen auf die Straße und zerstörten geparkte Autos. Auch der Hinterhof wurde mit Trümmern übersät.

Polizei verfolgt eine erste Spur

Der Grund für die Detonation ist noch ungeklärt. In der Nacht vor der Explosion hatte es in dem Haus einen Polizeieinsatz gegeben. Ein Mann soll randaliert haben, wie Anwohner den „Ruhr Nachrichten“ berichten. Die Polizei prüft jetzt, ob ein Zusammenhang mit dem Unglück besteht. Wie die Zeitung weiter berichtet, handelt es sich um den Mann, der schwer verletzt wurde. Dem Mieter sei gekündigt worden, er habe nächste Woche ausziehen müssen, schreiben die „Ruhr Nachrichten“.

Hörde liegt im Dortmunder Süden und ist mit rund 23.000 Einwohnern einer der größten Vororte der Ruhrgebietsmetropole. Hörde war bis zum Ende des 20. Jahrhunderts von der Stahlindustrie geprägt.

Extremer Einzelfall

Die nahezu vollständige Zerstörung eines Wohnhauses durch eine gewaltige Explosion ist nach Feuerwehr-Einschätzung ein sehr seltenes Ereignis. „Es ist und bleibt ein extremer Einzelfall“, sagte Carsten-Michael Pix, Referent des Deutschen Feuerwehrverbandes. Eine Erhebung, wie oft es in Deutschland zu Zerstörungen wie im aktuellen Fall in Dortmund kommt, gebe es nicht. Es sei aber nicht zu beobachten, dass die Zahl zunehme.

Für Feuerwehrleute seien Einsätze, bei denen Einsturzgefahr besteht, besonders gefährlich. „Man muss erstmal die Situation stabilisieren, die Trümmerteile von oben abbauen“, beschrieb Pix die Herangehensweise. Dann könnten sich die Einsatzkräfte weiter nach unten arbeiten. Wenn die Erschütterung ausreichend stark sei, könne alles zusammenbrechen. Für einen Einsturz von Gebäuden könne es ganz unterschiedliche Ursachen geben – von Gas bis Pfusch am Bau.

Von dpa/RND/wer