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Panorama Feuervulkan in Guatemala erneut ausgebrochen
Nachrichten Panorama Feuervulkan in Guatemala erneut ausgebrochen
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06:34 06.06.2018
Rettungskräfte such nach einem erneuten Ausbruch des Feuervulkans nach Vermissten. Quelle: AP
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Guatemala-Stadt

Wenige Tage nach der gewaltigen Eruption mit vielen Toten ist der Feuervulkan in Guatemala abermals ausgebrochen. Am Dienstag (Ortszeit) kam es in dessen Innern zu starken Explosionen, wenig später flossen neue Lava- und Ascheströme an dessen Südseite herab. Der Katastrophenschutz ordnete erneut Räumungen einiger nahegelegener Gemeinden an, was Panik in der Bevölkerung auslöste. Mancherorts kam es zu Staus und Verkehrsbehinderungen. Die Zahl der Todesopfer beim massiven Ausbruch des Feuervulkans am Sonntag stieg auf mindestens 75.

Die starke Eruption des 44 Kilometer westlich von Guatemala-Stadt gelegenen Volcán de Fuego schürte neue Panik. Das lokale Institut für Seismologie und Vulkanologie meldete erhöhte Aktivität, nach Explosionen spie er mehr als 5000 Meter hohe Aschewolken aus. Am Abend wälzte sich ein „moderater Strom mit vulkanischem Material“ hinab, wie die Behörde mitteilte. Doch bestehe in einigen Gebieten die Gefahr starker Vulkanmassen. Die Luftfahrtbehörden wurden zudem aufgerufen, die Lage angesichts der Aschewolken im Blick zu behalten und gegebenenfalls Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Alarmsirenen heulten nach der neuen Eruption, eine Autobahn wurde gesperrt. Einsatzkräfte, Polizisten und Journalisten verließen die Gegend. Auch in Orten, die nicht unter die Evakuierungsanordnungen fielen, machte sich Furcht breit. Auf Bildern war zu sehen, wie Dutzende Menschen mit ihren Kindern im Arm oder Habseligkeiten an Straßen entlangliefen. In teilen der Gemeinde Escuintla im Süden des Vulkans kam der Verkehr zum Erliegen. Selbst in weiter entfernten Ortschaften waren Geschäfte verwaist und Anwohner im Aufbruch.

„Hauptaugenmerk gilt der Bergung der unzähligen Verschwundenen“

Die Katastrophenschutzbehörde rief zur Ruhe auf. Doch nachdem viele Bürger beklagt hatten, am Sonntag kaum oder gar keine Warnungen vor der gewaltigen Vulkaneruption bekommen zu haben, wollten viele kein Risiko eingehen und flohen.

Sechs Ortschaften im Gefahrengebiet wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes evakuiert. Ärzte, Helfer und Journalisten wurden aus der Region um den Feuervulkan in Sicherheit gebracht, wie die Feuerwehr von Guatemala-Stadt auf Twitter mitteilte.

Das katholische Hilfswerk Caritas richtete drei Notunterkünfte ein. „Diese Naturkatastrophe hat ausgerechnet zwei der ärmsten und abgelegensten Dörfer der Region am schwersten getroffen“, sagte der Referatsleiter für Lateinamerika, Claudio Moser. „Das Hauptaugenmerk unserer Helfer vor Ort gilt derzeit der Bergung der unzähligen Verschwundenen.“

Bislang seien nur 23 der Leichen identifiziert worden, teilte das nationale Institut für Forensik mit. 192 Menschen würden nach der tödlichen Eruption noch vermisst, ergänzte Institutschef Sergio Cabanas am Abend.

Es wurde erwartet, dass die Zahl der Toten weiter steigt. So treibt Anwohner und Behörden die Sorge um, dass in verschütteten Häusern festsitzende Menschen womöglich bereits gestorben sind. Viele Bewohner in abgelegenen Bergregionen wurden offenbar überrascht und hatten offenbar kaum Zeit zur Flucht.

Ärzte kämpfen um Leben der Verletzten

Unterdessen kämpfen die Ärzte weiter um das Leben der Verletzten. 33 Patienten mit Verbrennungen dritten Grades wurden in den Krankenhäusern der Region behandelt, wie Gesundheitsminister Carlos Soto am Dienstag sagte. Am Mittwoch sollten mindestens sechs Schwerverletzte in Spezialkliniken in die USA gebracht werden.

Der Volcán de Fuego ist einer von drei aktiven Vulkanen in dem mittelamerikanischen Land. Seit 2002 ist der etwa 3700 Meter hohe Berg wieder verstärkt aktiv. Erst im Mai brach der Vulkan aus und löste eine Schlammlawine aus.

Von RND/ap/dpa

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