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Panorama Fieberhafte Suche nach Überlebenden im Berghotel
Nachrichten Panorama Fieberhafte Suche nach Überlebenden im Berghotel
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16:00 18.12.2017
Retter ziehen eine Frau aus den Trümmern des Hotels. Quelle: ANSA/AP
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Rom

Am zerstörten Berghotel Rigopiano in Italien suchen die Helfer vier Tage nach dem Unglück weiter fieberhaft nach noch vermissten Verschütteten. Bis zum Sonnabend-Abend waren neun Menschen lebend aus Trümmern und Schnee geborgen worden – darunter vier Kinder. Für 14 Personen kam jede Rettung zu spät – sie sind dem Unglück zum Opfer gefallen. Zivilschutz-Chef Fabrizio Curcio sagte, dass zwei weitere Überlebende schon entdeckt, aber noch nicht geborgen seien, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Insgesamt werden noch 15 Menschen vermisst. Auch für sie sollte jede Hilfe zu spät kommen. 29 Menschen lassen bei dem Unglück ihr Leben.

Handy-Signale geortet

Zwei Menschen hatten überlebt, weil sie sich bei dem Lawinenabgang am Mittwochnachmittag gerade außerhalb des in der italienischen Bergregion Abruzzen liegenden Hotels aufgehalten hatten. Bei der Suche nach den Vermissten versuchten Spezialisten auch, Handy-Signale zu orten. Einer der Überlebenden, aber auch zwei am Sonnabend tot geborgene Frauen seien auf diese Weise lokalisiert worden, meldete Ansa. Die Präfektur wies darauf hin, dass sich die Zahl der Vermissten aus der offiziellen Gästeliste des Hauses und aus anderen Hinweisen errechne. Sie müsse laufend verifiziert werden.

Eine gewaltige Lawine hatte das auf 1200 Metern Höhe am Fuße des Gran-Sasso-Massivs gelegene Vier-Sterne-Hotel nach einer Erdbebenserie verschüttet und Teile mitgerissen. Trümmer und Möbel wurden in bis zu 400 Metern Entfernung vom Hotel gefunden. Es war vermutet worden, dass die Lawine von den Erdstößen ausgelöst wurde, eine offizielle Bestätigung dafür gab es bislang nicht.

Gäste hatten bereits ausgecheckt, als die Lawine kam

Die Gäste hatten offenbar nach den vier schweren Erdbeben am Mittwoch abreisen wollen und bereits ausgecheckt. In den Abruzzen hatte es aber seit Tagen heftig geschneit und der Schnee lag so hoch, dass kein Fahrzeug durchkam. Die letzten Kilometer des Zufahrtsweges waren dicht. Die ersten Retter mussten sich in der Nacht zum Donnerstag auf Skiern zum Unglücksort vorkämpfen und kamen dort erst gegen 4.30 Uhr an. Am Freitagvormittag waren dann die ersten Überlebenden entdeckt worden. Sie hatten mehr als 40 Stunden in dem zerstörten Gebäude unter Schneemassen ausgeharrt.

Die Rettungskräfte sind im Dauereinsatz: Lange Zeit hoffen sie, noch weitere Verschüttete retten zu können.

Weitere Erdstöße befürchtet

Auch andernorts in Mittelitalien ist die Not weiterhin groß: Wegen des vielen Schnees sind Tausende Haushalte seit Tagen ohne Strom, einige Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten. Allein am Freitag brachten Einsatzkräfte 120 Menschen in Sicherheit, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte. Die Menschen in den Abruzzen kommen nicht zur Ruhe: Seit August werden sie immer wieder von starken Erdbeben heimgesucht – am Mittwoch trafen vier Erdstöße mit einer Stärke über 5 die Region mitten im Schneechaos. Neben den vier Toten im Berghotel waren vier weitere Todesopfer in anderen Orten zu beklagen.

Das verheerende Beben vom 24. August 2016, bei dem um die Stadt Amatrice rund 300 Menschen ums Leben kamen, die Erdstöße vom 26. und 30. Oktober sowie die Beben vom Mittwoch hängen alle zusammen: Eine italienische Experten-Kommission ordnet sie einer einzigen seismischen Sequenz zu, wie der Zivilschutz mitteilte. Die Sequenz könnte weitergehen. „Bis heute gibt es keine Hinweise darauf, dass sich die seismische Sequenz erschöpft hat“, hieß es. Doch wann, mit welcher Stärke und ob tatsächlich weitere Beben kommen, vermag niemand zu sagen.

Von RND/dpa/caro

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