Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Panorama Forscher: Impfstoff gegen Dengue-Fieber wirksam
Nachrichten Panorama Forscher: Impfstoff gegen Dengue-Fieber wirksam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:30 11.09.2012
Die Tigermücke zählt zu den Überträgern des Dengue-Fiebers. Quelle: Stephan Jansen

Das berichten Forscher aus Thailand und Frankreich im Journal "The Lancet" (Online-Vorabveröffentlichung). Andere Wissenschaftler betonen, dass die Impfung nur bedingt schützt.

Die Ergebnisse stammen aus einer Studie mit 4002 thailändischen Schulkindern in der Nähe von Bangkok. Kinder sind besonders anfällig für Dengue. Insgesamt 2669 zufällig ausgewählte Mädchen und Jungen bekamen bis zu dreimal den Impfstoff in den Oberarm gespritzt, 1333 Kinder erhielten ein Placebo. Die beobachtenden Ärzte wussten nicht, welches Kind zu welcher Gruppe gehört.

In der Folgezeit traten 134 Dengue-Fälle auf: Betroffen waren 76 Kinder beziehungsweise 2,8 Prozent der geimpften Gruppe und 58 Kinder beziehungsweise 4,4 Prozent der Kontrollgruppe. "Dieser Unterschied ist nicht statistisch signifikant", betont das Team um den Impfstoff-Forscher Derek Wallace von Sanofi Pasteur in Singapur.

Anschließende Tests hätten jedoch gezeigt, dass der Impfstoff durchaus wirksam ist: Das Dengue-Virus gibt es in vier Formen, sogenannten Serotypen. "Gegen die drei Serotypen DENV 1, 3 und 4 war der Impfstoff zwischen 60 und 90 Prozent wirksam gewesen. Nur DENV 2 schien in diesem Versuch gegen den Impfstoff resistent zu sein", schreiben die Forscher. Das Mittel sei gut vertragen worden. In den zwei Jahren nach der ersten Spritze habe es keine Probleme gegeben.

Ein deutscher Experte warnt aber vor verfrühter Euphorie: "Alle, die daran forschen, hatten sich auf die Fahnen geschrieben, ein Dengue-Impfstoff solle gegen alle vier Serotypen schützen. Das Ziel ist damit nicht erreicht", sagte der Leiter der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg, Jonas Schmidt-Chanasit, der Nachrichtenagentur dpa. Es sei zwar erfreulich, dass es nun überhaupt etwas gebe. Aber auch mit diesem Impfstoff werde es kaum möglich sein, die Krankheit effektiv zurückzudrängen.

Der Impfstoff namens CYD-TDV wurde von dem Pharma-Hersteller Sanofi Pasteur entwickelt. Das Unternehmen finanzierte diese Studie. Mehrere Mitarbeiter sind Co-Autoren dieser Fachpublikation.

Ein Impfstoff könnte für Milliarden von Menschen, die in einem der 128 Länder leben, wo Dengue-Viren übertragen werden, Grund zur Freude sein, schreibt Scott B. Halstead vom International Vaccine Institute (Seoul/Südkorea) in einem Kommentar in "Lancet". Auch er hält aber weitere Untersuchungen in diesem Bereich für notwendig.

Das Dengue-Fieber ist eine Virus-Erkrankung, die von der Gelbfiebermücke und der Asiatischen Tigermücke übertragen wird und vor allem in den Tropen und Subtropen auftritt. In Deutschland tauchen Dengue-Fälle als "Mitbringsel" aus Reiseländern auf.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass fast die Hälfte der Weltbevölkerung von Dengue bedroht ist. Schätzungsweise 50 Millionen bis 100 Millionen Menschen infizieren sich pro Jahr. Zu den Symptomen zählen starkes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Erbrechen. In etwa 500 000 Fällen nehme die Krankheit einen schweren Verlauf mit inneren Blutungen oder einem Schocksyndrom. Von ihnen sterben laut WHO rund 12 500.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Als Michael Jackson Ende August 1987 sein Album "Bad" auf den Markt brachte, war er mit gerade 29 Jahren schon ein Megastar. Das "Thriller"-Album (1982) hatte ihn zum "King of Pop" gemacht.

11.09.2012

Schauspieler Penn Badgley (25) freut sich, dass seine Ex-Freundin Blake Lively (25) geheiratet hat. Dem Promi-Blatt "People" sagte er: "Ich wusste davon vorher nichts, aber es ist fantastisch.

11.09.2012

Wo sie hinkommen, da zieht es die Medien und die Massen hin. Daran hat sich auch eineinhalb Jahre nach der Hochzeit von Prinz William und Kate (beide 30) und unzähligen Auftritten, zuletzt bei den Olympischen Spielen und den Paralympics in London, nichts geändert.

10.09.2012
Anzeige