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Panorama Horror-Unfall in USA: Betreiber von Limousine festgenommen
Nachrichten Panorama Horror-Unfall in USA: Betreiber von Limousine festgenommen
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07:19 11.10.2018
Vier Tage nach dem schrecklichen Unfall mit 20 Toten im US-Bundesstaat New York ist der Betreiber der Strech-Limousine festgenommen worden. Quelle: Tom Heffernan Sr./AP/dpa
New York

Vier Tage nach dem Horror-Unfall der Stretch-Limousine im US-Staat New York ist der Betreiber der betroffenen Fahrzeugfirma festgenommen worden. Kurz darauf sei ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den Mann eingeleitet worden, teilte die Polizei mit. Laut der Staatsanwaltschaft hatte der Beschuldigte gepackte Koffer im Auto, als sein Wagen am Mittwoch (Ortszeit) nahe der Stadt Albany von Beamten gestoppt wurde.

Seine Firma Prestige Limousine stand seit dem schweren Unglück mit 20 Toten massiv unter Druck. Eine Stretch-Limousine des Unternehmens war am vergangenen Samstag nahe dem Ort Schoharie an einer Kreuzung an einem Stoppzeichen vorbeigerast, eine stark abschüssige Straße hinabgefahren und vor einem Café gegen einen geparkten leeren Wagen geprallt. Alle 18 Insassen sowie zwei Passanten starben. Behörden sprachen von dem schlimmsten Verkehrsunfall in den USA seit fast zehn Jahren.

Anwalt: Mein Mandant ist unschuldig

Schon Anfang der Woche hatte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo der Betreiberfirma vorgeworfen, ihr Wagen hätte wegen einer fehlenden Gewerbeerlaubnis auf der Straße nichts verloren gehabt. Der Polizeikommissar George Bench bekräftigte die Anschuldigungen. Der Betreiber sei allein für die Tragödie verantwortlich. So habe er einen Fahrer angeheuert, der keine richtige Lizenz für die Limousine gehabt habe. Das Gefährt sei zudem bei einem Test im September für „unreparierbar“ erklärt worden.

Der Anwalt des Verdächtigen erklärte, sein Mandant sei unschuldig. Die Polizei habe voreilig Anschuldigungen erhoben, sagte Verteidiger Lee Kindlon. Im Übrigen habe der 28-jährige Beschuldigte sich um das Marketing gekümmert und Anrufe entgegengenommen, während sein Vater bei Prestige Limousine das Sagen gehabt habe. Wartungsprobleme am Unglückswagen seien zudem zwischenzeitlich behoben worden. Sein Mandant habe sich nach dem Vorfall zu Hause nicht mehr sicher gefühlt, weil er bedroht worden sei.

Von RND/AP