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Hund „Chico“ ist eingeschläfert worden

Nach tödlichen Bissen Hund „Chico“ ist eingeschläfert worden

Staffordshire-Terrier „Chico“ ist eingeschläfert worden. Der Hund hatte Anfang April seine Halter, eine 52 Jahre Frau und ihren 27 Jahre alten Sohn, in Hannover totgebissen.

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Nach tödlichen Bissen: Hund „Chico“ ist eingeschläfert worden.

Quelle: imago

Hannover. Staffordshire-Terrier „Chico“ ist tot. Unter Beteiligung und im Einvernehmen mit der Tierärztlichen Hochschule (TiHo), dem Tierschutzverein Hannover und Umgebung sowie dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium wurde am Montag „unter Betrachtung der Gesamtsituation von der Veterinärbehörde der Landeshauptstadt Hannover die Entscheidung getroffen, den Hund ,Chico’ noch in der Narkose einzuschläfern“, teilt Stadtsprecher Udo Möller mit.

Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass sich ein Eckzahn im Oberkiefer gelöst hatte, der andere aus dem Zahnfach herausgebrochen war. An beiden Stellen gab es deshalb eine offene Verbindung zur Nasenhöhle. Wahrscheinlich sind diese Verletzungen eine Folge der tödlichen Beißattacke vom 3. April, bei der der Hund sein 27-jähriges Herrchen und dessen 52-jährige Mutter totgebissen hatte.

Angehörige überrascht von Entscheidung

Die Experten kamen bei der Untersuchung zum Schluss, dass die weitere Behandlung und Nachsorge nach diesem Befund nur unter Vollnarkose hätte stattfinden können. Da Chico zudem keinen Kontakt zu anderen Tieren hatte und somit schwer zu sozialisieren gewesen wäre sowie prinzipiell sehr aggressiv war, entschieden die Teilnehmer, dass Tier noch während der Narkose einzuschläfern.

Rechtsanwalt Andreas Hüttl, der die drei hinterbliebenen Schwestern des Hundehalters vertritt, zeigte sich überrascht von der Nachricht. „Mit der Stadt war vereinbart, dass wir benachrichtigt werden, wenn ein solcher Schritt geschieht. Das ist nicht passiert“, sagte er.

Schwere Versäumnisse bei der Stadt Hannover

Die Stadt Hannover hatte im Fall „Chico“ schwere Versäumnisse eingeräumt. Das Veterinäramt war bereits 2011 auf das Tier aufmerksam geworden. Der Hund war damals nach Behördenhinweisen zwar als gefährlich eingestuft worden, man wollte deshalb dem Besitzer die Haltung des Hundes untersagen – dann aber kümmerte sich niemand mehr um den Fall.

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt. Im Internet hatten sich nach dem tödlichen Vorfall rund 300.000 Menschen an einer Onlinepetition beteiligt, „Chico“ am Leben zu lassen.

Von RND/Peer Hellerling/Tobias Morchner

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