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Panorama Jäger melden hohe Abschusszahlen
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14:46 30.01.2017
Die deutschen Jäger haben in der abgelaufenen Jagdsaison 2015/2016 so viele Tiere erlegt wie selten. Quelle: dpa
Dortmund/Berlin

Sie vermehren sich rasch und stehen in der Jagdstatistik ganz oben. Wildschweine und Fleischfresser wie der Waschbär werden in Deutschland bejagt wie selten. „In drei Jahren haben wir die natürliche Kapazitätsgrenze erreicht, wenn nicht bejagt wird“, sagt Oliver Keuling von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Das heißt: Ohne Abschüsse würde sich die Population pro Jahr verdreifachen. Damit könne regional schnell eine Grenze von 30 Tieren pro Quadratkilometer erreicht werden, warnt der Wildbiologe. Für die Landwirtschaft wäre das das Ende.

Wildschweine stehen bei den Jägern, deren Zahl seit Jahren steigt, weit oben auf der Liste. Gegenüber dem Durchschnitt der vorangegangen fünf Jahre ist die Zahl der erlegten Schwarzkittel um 16,2 Prozent auf über 610.000 Tiere gestiegen. Das ist der dritthöchste Wert seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen in den 30er Jahren. Das milde Klima und das wachsende Nahrungsangebot mit Bucheckern und Eicheln im Wald sowie Raps und Mais auf den Feldern sind gute Grundlagen für die Ausbreitung. Inzwischen seien Wildschweine sogar in Schweden und in Gebieten über 1000 Metern Höhe gesehen worden, sagt Reinwald.

„Wir bekommen den Waschbären nicht mehr aus Deutschland“

Geteilt sind die Meinungen über das zweite Problemtier, den ursprünglich in Nordamerika beheimateten Waschbären. Seine Zahl hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasch vermehrt. Mitte der 90er Jahre hatten Jäger noch 3349 Tiere erlegt. In der vergangenen Jagdsaison (2015/16) waren es 128.103, eine Rekordzahl.

„Wir bekommen den Waschbären und auch den Marderhund nicht mehr weg aus Deutschland“, sagt Reinwald. „Wir können die Ausbreitung nur bremsen.“ Für Beutetiere wie Jungvögel, Amphibien und Reptilien bedeutet das aus Sicht des Jagdverbandes, dass sie durch die Bejagung der Waschbären eine bessere Überlebenschance haben.

Als ärgerlich sieht der Verband Jagdeinschränkungen an. In Hessen sei die Jagdzeit auf die Monate vom 1. August bis zum 28. Februar beschränkt worden. In Berlin sei die Fangjagd komplett verboten. Ebenso kontraproduktiv sei ein Jagdverbot auf Schutzflächen – etwa in Feuchtgebieten.

Für den Wissenschaftler Keuling vom Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule stellen die Waschbären keine so große Bedrohung da. „Die Waschbär-Population reguliert sich vermutlich selbst“, meint der Wildbiologe. Ihre Grenze sei vermutlich schon erreicht. Auch sei der wirtschaftliche Schaden nicht so hoch wie beim Wildschwein. Die Jagd sei in den Feuchtgebieten, in denen er sich am liebsten aufhalte, auch schwerer.

Außerdem erlegten die deutschen Jäger 466.000 Füchse und 242.000 Feldhasen. Während der am Dienstag beginnenden Messe wird bis Sonntag vor allem modernste Jagdausrüstung gezeigt. Am Freitag steht die Meisterschaft der Hirschrufer an. Parallel zur „Jagd und Hund“ gibt es wieder die Messe „Fisch und Angel“ in den Dortmunder Westfalenhallen.

Von dpa/RND

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