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Panorama Jörg Wontorra: „Meine Tochter Laura hat das Rampensau-Gen“
Nachrichten Panorama Jörg Wontorra: „Meine Tochter Laura hat das Rampensau-Gen“
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20:00 06.03.2019
Jörg und Laura Wontorra. Quelle: Basti Sevastos

Herr Wontorra, Sie sind Ende vergangenen Jahres 70 geworden, Ihre Tochter 30. Nun feiern Sie Ihren „100. Geburtstag“ gemeinsam ...

Jörg Wontorra: Die Idee hatte Laura. Der Gedanke war, dass ich allein zu meinem 100. Geburtstag wahrscheinlich diese hohe Anzahl an Gästen nicht mehr zusammenbekommen würde. (lacht)

Laura Wontorra: Ich finde es schön, wenn alle Generationen zusammen feiern. Papa hat ja Freunde und Bekannte zwischen 20 und 80, ich ebenfalls zwischen 18 und 40. Außerdem sehen wir die Feier als Chance, vielen Leuten Danke zu sagen. Für langjährige Freundschaften, aber auch für die tolle Unterstützung in unseren Jobs. Es soll nicht nur ein gesetztes Essen werden, sondern in eine wilde Party münden.

Wer feiert von Ihnen wilder?

Jörg Wontorra: Bis zu einem gewissen Alter hatte ich noch die Nase vorn. Aber jetzt im Schlussspurt überholt mich Laura

Was haben Sie sich gegenseitig geschenkt?

Laura Wontorra: Mein Bruder Marcel und ich haben Papa einen Städtetrip nach Athen geschenkt, den wird er in der Fußballsommerpause mit uns einlösen.

Jörg Wontorra: Wir haben solche Kurztrips früher jeden Sommer gemacht, das war für die Kinder immer die „Papa-Reise“.

Laura Wontorra: Nur nennen wir es jetzt „payback time“ – diesmal zahlt eben nicht Papa, sondern mein Bruder und ich.

Jörg Wontorra: Ich habe Laura zum Geburtstag eine Feuertonne für den Garten geschenkt. Natürlich mit Werder-Logo und ihrem Namen.

Gab es mal eine schwierige Phase zwischen Ihnen beiden?

Jörg Wontorra: Sicherlich war die Pubertät eine schwierige Phase, da hat Laura auch schon mal genervt. (lacht) Aber es war auch keine einfache Zeit für sie: Ich war wegen der Trennung nicht oft da, habe außerdem rund um die Uhr gearbeitet. Das konnte man als Kind oder Jugendliche damals nicht so verstehen. Aber wir hatten immer einen sehr kritischen und konstruktiven Austausch miteinander. Ich kann mich noch erinnern, wie wir mal nachts bis 1 Uhr beim Griechen waren und uns wild Sachen an den Kopf geworfen haben. Danach war dann aber auch alles wieder gut.

Laura Wontorra: Von Papa hab’ ich einfach gelernt, dass Kommunikation das Wichtigste ist. Egal ob in einer Freundschaft, Partnerschaft oder unter Kollegen.

Jörg Wontorra: In der Pubertät hat Laura auch schon mal genervt. Quelle: imago

Womit bringen Sie sich heute noch gegenseitig auf die Palme?

Laura Wontorra: Mir ist Pünktlichkeit sehr wichtig, und es nervt mich, wenn er mal wieder 15 Minuten zu spät kommt. Aber solange es nur das ist …

Jörg Wontorra: Ich will immer, dass der Angesprochene sofort reagiert. Bei Laura dauert es manchmal 24 Stunden, bis sie auf eine Whatsapp antwortet. Da denke ich manchmal schon: Wer hat das Kind so erzogen? (lacht)

Hatten Sie andere Karrierepläne für Laura?

Jörg Wontorra: Ich wollte nie, dass sie Journalistin wird. Ich habe ja selbst erlebt, was für ein toller, aber auch unsteter Beruf das ist. Es ist eben kein 9-bis-17-Uhr-Job mit freien Wochenenden. Und ich weiß ja auch, dass sie mal Kinder haben will. Da hab’ ich mich schon gefragt: Soll es ihren Kindern auch mal so gehen, dass ein Elternteil immer unterwegs ist?

Dann hat sie den Job trotzdem gewählt…

Jörg: Als sie während des Studiums immer wieder sagte, dass sie das gerne machen möchte, hab ich einfach mal ein Video von ihr mit dem Handy gedreht. Sie sollte das Spiel HSV-Werder kommentieren. Da habe ich dann gesehen: sie ist echt präsent, das kann ich ihr nicht verbauen, dann muss man es als Papa auch mal laufen lassen…

Wie hart kritisiert Sie Ihr Vater?

Laura Wontorra: Am Anfang vermehrt, da hat er sich natürlich jede Sendung angeguckt. Heute kommt es auch mal vor, dass ich gar nichts höre. Aber ich find seine Kritik gut, weil sie offen und ehrlich ist – und er einfach vom Fach ist.

War der Name Wontorra in der Branche ein Vor- oder Nachteil?

Laura Wontorra: Es ist sicherlich ein Vorteil, weil die Leute schneller auf dich aufmerksam werden. Aber die Erwartungen waren auch sehr hoch. Ich konnte mich nicht erst mal ausprobieren, ich stand als „Tochter von“ direkt im Fokus.

Jörg Wontorra: Ich habe mir zu Beginn auch Gedanken gemacht. Aber ich habe auch direkt gesehen, dass sie ein Rampensau-Gen hat, und mir gedacht: Dem Druck wird sie standhalten. Hat sie dann auch.

Laura Wontorra: Von Papa hab’ ich gelernt, dass Kommunikation das Wichtigste ist. Quelle: Britta Pedersen/dpa

Inwiefern hat sich der Sportjournalismus in den vergangenen Jahren verändert?

Jörg Wontorra: Es ist viel schneller und der Zugang zu den Helden der Branche schwerer geworden. Früher hat man bei den Spielern persönlich angerufen und gesagt: „Wir wollen ein Interview machen.“ Oder man ist abends nach einem Spiel mit ihnen sogar ein Bier trinken gegangen – das ist heute unvorstellbar. Heute muss man über alle Pressestellen der Welt gehen und bekommt viel häufiger auch mal Absagen. Ich möchte nicht mehr so arbeiten, wie Lauras Generation arbeiten muss.

Ihre Tochter Laura ist in den sozialen Medien sehr aktiv, Sie nutzen Ihren Twitter-Account hingegen noch nicht mal ...

Jörg Wontorra: Den hat mir Sky eingerichtet. Ich habe das mal ausprobiert, dann aber für überflüssig befunden. Ich bin zwar quasi Rentner, aber für so was fehlt mir dann doch die Zeit.

Laura Wontorra: Aber dafür hat er ja ab und an auf meinen Kanälen einen Gastauftritt. (lacht)

Herr Wontorra, Sie haben mal gesagt, Sie hören mit ihrem Talk auf, wenn Werder Bremen Meister wird…

Jörg Wontorra: Also nie! (lacht) Das war natürlich ein Scherz. Ich hab mir einfach vorgenommen, nur noch von Jahr zu Jahr zu verlängern, um dann immer um die Weihnachstzeit überlegen zu können, ob es mir noch Spaß macht. Es ist ja auch eine Frage der Gesundheit und ob man die Belastung noch möchte. Aber ich mag den Job schon sehr, weil er mich auch im Kopf noch jung hält.

Gibt es eigentlich die Idee für ein gemeinsames Format?

Laura Wontorra: Wir haben bewusst von Beginn an gesagt, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss. Allein schon, um aus dem Wontorra-Schatten zu treten. Das war bislang auf jeden Fall der richtige Weg. Die Angebote gibt es aber schon.

Jörg Wontorra: Wenn ich 80 bin und sie 40 dann ist sie doch genau in dem Alter, wo sie meine Talkshow übernehmen könnte…

Laura Wontorra: Ich könnte mir auch gut eine mit Dir zusammen vorstellen, so wie die Talkshows im Dritten. Junge Frau, älterer Mann – wir würden uns sicherlich gut ergänzen. Auch, wenn der Fußball wohl immer unsere Leidenschaft bleiben wird.

Von Lena Obschinsky/RND

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