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Panorama Königliche Familie trauert um Prinz Friso
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18:37 13.08.2013
Prinz Friso ist tot. Foto: Frank Van Beek
Den Haag

Viele geben Blumen ab. Fotografen und TV-Kameras versuchen, Bilder einzufangen von der Familie, die am Dienstag im Palast Abschied von Friso nimmt. Der Prinz liegt aufgebahrt in dem Palast, in dem er am Montag nach 18 Monaten im Koma mit 44 Jahren gestorben war. Am Freitag soll Friso im Dorf Lage Vuursche bei Utrecht im Familienkreis beigesetzt werden.

Hin und wieder erscheinen Prinzessin Beatrix, König Willem-Alexander und Königin Máxima vor dem Palast. Prinzessin Mabel, und ihre beiden kleinen Töchter Luana (8) und Zaria (7), die am Vortag ihren Mann und Vater verloren, laufen durch den Garten. Auch der jüngste Sohn von Prinzessin Beatrix, Prinz Constantijn, und seine Familie stehen nun Frisos Mutter und Witwe bei.

Gut drei Monate nach dem großen Fest zum Thronwechsel erleben die Niederländer nun ihre königliche Familie in Trauer und sie fühlen mit ihr - intensiv aber verhalten. Vor dem Palast brennen keine Kerzen und liegen keine Blumen.

"Es ist ein kleines Zeichen von Mitgefühl", sagt ein junger Mann und überreicht einem Mitarbeiter des Hofes einen Strauß Lilien. "Wir hatten das natürlich alle erwartet", fügt eine ältere Dame hinzu. "Aber dann kam es doch so plötzlich."

Seit dem 17. Februar 2012 lag der Bruder von König Willem-Alexander im Koma, nachdem er beim Skilaufen abseits der Piste im österreichischen Lech von einer Lawine verschüttet worden war. 50 Minuten musste er wiederbelebt werden. Zu lange, stellten die Ärzte fest. Durch den Sauerstoffmangel war das Gehirn zu schwer beschädigt.

"Es ist das Beste für Friso", sagt eine junge Mutter am Tor. "Jetzt kann die Familie endlich trauern." Das Mitgefühl, das Tausende auch schriftlich in den Kondolenzlisten im Internet äußern, gilt besonders Frisos Mutter und seiner Witwe. Beatrix und Mabel hatten in den vergangenen eineinhalb Jahren alles getan, um dem Sohn und Mann beizustehen. "Ich habe große Bewunderung für sie", hatte König Willem-Alexander (47) noch kurz vor dem Thronwechsel am 30. April im niederländischen Fernsehen gesagt. "Wir sind eine sehr enge Familie und so ein Unglück ist für uns sehr sehr traurig."

Prinzessin Mabel, die am Sonntag im Palast noch ihren 45. Geburtstag gefeiert hatte, hatte schon als kleines Mädchen im Alter von neun Jahren einen schweren Verlust erlitten, als ihr Vater ertrank. Die Blondine mit dem charmanten Lachen trug später den Namen ihres Stiefvaters Wisse Smit.

Bekannt ist Mabel, die Ökonomie und Politologie studiert hatte, für ihr Engagement bei verschiedenen internationalen Organisationen für Frieden und Menschenrechte. Seit 2008 ist sie in London Direktorin der Organisation The Elders, mit der einflussreiche Personen wie etwa der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan und Nelson Mandela verbunden sind.

Nach dem tragischen Lawinenunglück ihres Mannes sahen die Niederländer Mabel nur selten und dann trauernd. Zuletzt aber war sie bei den Feiern zum Thronwechsel wieder strahlend an der Seite ihrer Schwiegermutter Beatrix erschienen.

Die Verlobung mit Mabel hatte Friso 2003 in große Verlegenheit gebracht. Sie hatte eine frühere enge Verbindung zu einem berüchtigten Drogenboss, der später von einem ehemaligen Komplizen ermordet wurde, gegenüber der niederländischen Regierung verschwiegen. Nach politischer Empörung verzichtete das Paar auf die Zustimmung des Parlaments zu ihrer Hochzeit und Friso damit auch auf seinen Platz in der Thronfolge.

Der Prinz wird wahrscheinlich in Delft beigesetzt, in der letzten Ruhestätte der Oranjes in der Nieuwe Kerk. Die Porzellanstadt im Westen des Landes hat auch eine besondere Bedeutung für Friso und Mabel. Der Prinz hatte hier Luft- und Raumfahrttechnologie studiert. Bei der Trauerfeier für seinen Vater 2002, dem aus Deutschland stammenden Prinzen Claus, war auch Mabel erstmals an der Seite Frisos aufgetreten. Da die Kirche mit der königlichen Gruft zur Zeit aber restauriert wird, könnte die Trauerfeier nun in der alten Kirche, der Oude Kerk, stattfinden. Dort hatten sich Mabel und Friso 2004 das Jawort gegeben.

dpa

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