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Panorama Lindsay Lohan wirbt für Erdogan
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13:12 28.01.2017
Die US-Schaupielerin Lindsay Lohan und das syrische Mädchen Bana treffen in Ankara den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seine Ehefrau Emine Erdogan.  Quelle: dpa/Presidential Press Service
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Ankara

 Frei nach dem Motto „Jede Presse ist gute Presse“ hat der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan die Schauspielerin Lindsay Lohan zur PR-Botschafterin ernannt. Schließlich steht er wegen seines autoritären Führungsstils und der Verfolgung Oppositioneller weltweit in der Kritik. Mit dabei auch eine kleine Sympathieträgerin: das syrische Mädchen Bana, die durch ihre Tweets aus Aleppo bekanntgeworden war.

Am Freitagabend empfingen Erdogan und seine Frau Emine die beiden im Präsidentenpalast von Ankara. „Ein Treffen mit meinen Freunden @rt_erdogan, Emine und @lindsaylohan um die Menschen von Syrien zu unterstützen“, twitterte Bana. Sie hat 364.000 Follower in dem sozialen Netzwerk.

Neben vielen Sympathien für das Mädchen, deren Tweets oft mit Fotos von ihr versehen sind, gibt es auch Kritik an der Instrumentalisierung des Kindes. Es ist bekannt, dass Banas Mutter die Nachrichten für ihre Tochter schreibt. Im Dezember, nach der vollständigen Eroberung Aleppos durch die Regimetruppen, konnte sie zusammen mit ihrer Mutter in die Türkei fliehen. 

Kritik dürfte es auch für das Engagement Lohans geben. Die Schauspielerin war mehr als mit guten Filmen, durch ihre Drogenexzesse und Gesetzesverstöße in die Schlagzeilen geraten. In letzter Zeit machte sich aber ein Wandel bemerkbar: Sie löschte alle Fotos auf ihrem Instagram-Account und begrüßte neuerdings ihre Fans mit den Worten „Alaikum Salam“. Die arabische Grußformel bedeutet so viel wie „Friede sei mit dir“. Nutzer erklärten das Verhalten Lohans damit, dass sie zum Islam konvertiert sei. Nun lüftet sich das Geheimnis: Lindsay Lohan wirbt für Erdogan.

In einem Video, das Bana auf Twitter veröffentlichte, sagte Lohan, „wir wollen allen leidenden Menschen in Syrien, in Aleppo, und allen Flüchtlingen sagen, dass wir hier sind und euch unterstützen.“ Die Schauspielerin sei bereits im September und Oktober vergangenen Jahres in der Türkei gewesen und habe syrische Flüchtlinge besucht, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu mit.

Vielleicht überlegt sich Trump nach Vorbild Erdogans demnächst mit Skandal-Schauspielerin Amanda Bynes zu werben? Trends verbreiten sich ja bekanntlich schnell.

Von RND/abr/dpa

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