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Panorama Mann benutzte 4000 Jahre altes Gefäß als Zahnputzbecher
Nachrichten Panorama Mann benutzte 4000 Jahre altes Gefäß als Zahnputzbecher
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19:37 12.12.2018
Karl Martin aus dem mittelenglischen Derby benutzte jahrelang ein antikes Gefäß als Zahnputzbecher. Auch eine schwarze Vase war unter den Gegenständen, die er auf einem Flohmarkt erstanden hat. Quelle: Danks Politi
Derby

Er liebe alles, was alt und schrullig ist, sagte der 49-jährige Hobbysammler Karl Martin nach Angaben seines Arbeitgebers – passenderweise das auf Antiquitäten spezialisierte Auktionshaus Hansons im englischen Derby.

Auch privat treibt sich Martin häufiger auf Flohmärkten und „Car boot sales“ (Aus-dem-Kofferraum-Verkäufe) herum. Immer auf der Suche nach einem Schnäppchen für seine Sammlung. Vor fünf Jahren kaufte er für vier britische Pfund eine schwarze Vase und ein getöpfertes Gefäß. Doch erst jetzt stellte sich heraus, dass es sich bei dem Gefäß um eine fast 4000 Jahre alte Antiquität handelt.

„Ich hab es im Badezimmer für meine Zahnbürste und Zahnpasta benutzt“, sagte Martin. Auch einige Spuren der Zahnpasta seien noch erkennbar gewesen. „Ich habe schon angenommen, dass es sehr alt gewesen sein könnte.“ Aber dann vergaß er das Gefäß wieder.

Vor Kurzem dann habe er seinem Hansons-Kollegen James Brenchley geholfen, einen Lieferwagen auszuladen. Auf einigen Gegenständen entdeckte Martin eine Ähnlichkeit mit seinem Zahnputzutensiliengefäß. „Der Malstil sah ähnlich aus, auch die grob gezeichneten Tierfiguren.“ Also bat er Brenchley, sich seinen Becher anzusehen. Denn auch auf Martins Exemplar sind Pflanzendarstellungen und eine Antilope gut zu erkennen.

Gefäß etwa 4000 Jahre alt

„Er bestätigte mir, dass es sich um eine echte Antiquität aus Afghanistan handelt, mindestens 1900 Jahr vor Christus.“ Die spätbronzezeitliche Indus-Zivilisation erstreckte sich auf dem indischen Subkontinent über das heutige Gebiet von Pakistan sowie Teilen Afghanistans und Indiens. Die auch Harappa genannte Kultur gilt neben Ägypten und Mesopotamien als früheste Zivilisation der Welt.

Und ein Zeuge eben jener Kultur stand jahrelang unbeachtet im Badezimmer von Karl Martin. Wie die Keramik in den 4000 Jahren von Afghanistan nach Großbritannien kam, könne man wohl nicht mehr rekonstruieren, sagte der Sammler. Ende November wechselte das Gefäß beim Auktionshaus Hansons für 80 Pfund den Besitzer. „Vielleicht hätte ich es behalten sollen. Ich fühle mich ein bisschen schuldig, dass ich es für meine Zahnbürste benutzt habe.“

Auch die schwarze Vase hat eine lange Geschichte

Auch von dem anderen Gegenstand, den er gemeinsam mit dem Becher gekauft hatte, einer schwarzen Vase, möchte sich der 49-Jährige nun trennen. „Ich war mir nicht sicher, wie alt sie ist, aber sie sah sehr speziell aus.“

Für ihn sei die schwarze Vase sogar interessanter, da es noch schwerer sei, herauszufinden, woher sie stamme und wann sie gefertigt wurde. „Zwei Experten haben sie sich angesehen und vermuten eine islamisch-türkische Herkunft.“ Nur eben weitaus jünger als die bronzezeitliche Keramikarbeit: Beide Experten datieren die Vase auf das 17. oder 18. Jahrhundert. Mitte Dezember solle sie beim Auktionshaus in London für mindestens 150 Pfund angeboten werden.

Von RND/gum

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