Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Panorama Marcel H. muss lebenslang in Haft
Nachrichten Panorama Marcel H. muss lebenslang in Haft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:42 31.01.2018
Marcel H. vor dem Landgericht Bochum. Quelle: dpa
Bochum

Elf Monate nach dem grausamen Doppelmord von Herne ist Marcel H. zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Außerdem stellte das Bochumer Landgericht am Mittwoch die besondere Schwere der Schuld fest und behielt sich wegen der Gefährlichkeit des Angeklagten die spätere Unterbringung in der Sicherungsverwahrung vor.

Der 20-Jährige hatte gestanden, im März 2017 zunächst seinen neunjährigen Nachbarsjungen Jaden und auf seiner Flucht anschließend auch einen 22-jährigen früheren Schulfreund umgebracht zu haben. Die Fotos der mit 120 Messerstichen furchtbar zugerichteten Leichen waren kurz nach den Taten im Internet aufgetaucht und hatten für Furcht und Entsetzen gesorgt.

Die 8. Strafkammer des Bochumer Landgericht stufte den zur Tatzeit 19-Jährigen H. als Erwachsenen ein, obwohl auch eine Verurteilung nach dem milderen Jugendstrafrecht möglich gewesen wäre. Obwohl der Angeklagte noch zu Hause gewohnt und seine Freizeit mit Computerspielen verbracht habe, gingen die Richter von einer bereits ausgereiften Persönlichkeit aus.

H. hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert und auch keinerlei Reaktionen gezeigt. Er hatte auf eine mildere Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht gehofft – auch das wäre möglich gewesen, weil er zur Tatzeit noch nicht 21 Jahre alt war.

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft und die Möglichkeit einer anschließenden Sicherungsverwahrung gefordert. Sie sprach im Plädoyer von „schrecklichen Taten“ und einer „grundlosen Ermordung von zwei völlig unschuldigen, jungen Menschen.“ Marcel H. habe nach den Morden selbst die Öffentlichkeit gesucht und sich durch die Veröffentlichung von Bildern der Leichen in „menschenverachtender Weise“ über die Opfer ausgelassen. Außerdem habe er während seiner dreitägigen Flucht „ganz erheblich für Angst in der Bevölkerung rund um Herne“ gesorgt.

Nur Vermutungen gibt es zum Motiv. Es kämen Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben, Macht- und Größenfantasien sowie „Befriedigung des eigenen Sadismus und Angeberei“ in Betracht, meint der zuständige Staatsanwalt.

Von RND/iro/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Studie des Bundesarbeitsministeriums - Der Weg zur Arbeit dauert im Schnitt 44 Minuten

Der Weg zur Arbeit wird ständig länger und kostet mehr Zeit, hat das Bundesarbeitsministerium herausgefunden. Auch die Zahl der Unfälle auf dem Arbeitsweg ist gestiegen. Die Linke befürchtet, dass immer mehr Arbeit das Leben der Arbeitnehmer frisst und fordert deshalb eine 40-Stunden-Woche.

31.01.2018

Er wollte angeblich nur einen Reifen wechseln, doch dabei zerstörte er ein Weltkulturerbe: Ein Lkw-Fahrer ist in Peru über die mehr als 2000 Jahre alten Nazca-Geoglyphen gefahren. Die Irrfahrt des Mannes endete im Gefängnis.

31.01.2018

Er soll Frauen bei Behandlungen unsittlich berührt haben: Ein Neurologe steht in Konstanz wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Es ist nicht der erste Prozess gegen den Mediziner. Am Mittwoch legte er ein Geständnis ab.

31.01.2018