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Panorama Gerhard Schröder feiert mit neuer und alter Gattin
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22:40 23.11.2018
Altbundeskanzler Gerhard Schröder und seine südkoreanische Frau Soyeon Schröder-Kim kommen zum 67. Bundespresseballball in das Hotel Adlon. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Berlin

Der Bundespresseball gilt als eines der wichtigen gesellschaftlichen Ereignisse in der Hauptstadt. Zahlreiche Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft haben am Freitagabend beim Bundespresseball im Berliner Luxushotel Adlon gefeiert. Über den Roten Teppich nahe dem Brandenburger Tor liefen am Abend viele bekannte Politiker, Fernsehmoderatoren und einige Schauspieler.

Schröder in Plauderlaune, Spahn schweigt

Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder zeigte sich freundlich und entspannt, als er amAbend mit seiner neuen Frau Soyeon Kim den Bundespresseball besuchte. Gesundheitsminister Jens Spahn, einer der drei Kandidaten für den Vorsitz der CDU, blockte alle Fragen ab. Beiden Männern galt das große Interesse der Ballbesucher. Der eine steht für die frühere, erfolgreiche SPD und war in Plauderlaune. Der andere verkörpert für viele die Zukunft der CDU – und schwieg.

Immerhin posierte Spahn kurz mit seinem Mann auf dem roten Teppich. Seine beiden Konkurrenten Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz ließen sich unter den mehr als 2000 Gästen aus den Medien, der Wirtschaft und der Politik erst gar nicht blicken.

Zahlreiche Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft haben am Freitagabend beim Bundespresseball im Berliner Luxushotel „Adlon“ gefeiert. Über den Roten Teppich nahe dem Brandenburger Tor liefen viele bekannte Politiker, Fernsehmoderatoren und einige Schauspieler.

Claudia Roth feiert die Pressefreiheit

Dabei wurden von Besuchern und Organisatoren politischere Töne angeschlagen als bei manchen Bällen. Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), anders als in früheren bunten Zeiten diesmal in Schwarz, sprach über angegriffene und verfolgte Journalisten und nannte den Ball ein „Fest für die Freiheit der Presse“. Und fügte hinzu: „Und dann freue ich mich auf starke Frauen.“ Weil auch die gerade viel Gegenwind bekämen in Brasilien und den USA.

Schauspielerin Thalbach trägt Smoking

Zumindest bei diesem 67. Bundespresseball mit dem Motto „Kaleidoskop“ mangelte es nicht an starken Frauen. Kurz nach Roth marschierten die Parteivorsitzenden Annalena Baerbock (Grüne) und Katja Kipping (Linke) durch den Eingang des „Adlons“. Dicht gefolgt von der nicht weniger präsenten Schauspielerin Katharina Thalbach, die cool eine Frage nach ihrem fehlenden Abendkleid abblitzen ließ. „Ich halte den Dressode absolut ein, ich habe einen richtig klassischen Smoking an.“ Und die passende Frau habe sie auch dabei, sagte sie mit einem Blick zu Nellie Thalbach an ihrer Seite. „Niemand kann schöner sein als meine Enkeltochter.“

„Demokratie braucht Qualitätsjournalismus“

Etwas nachdenklicher wurde dann Gastgeber Gregor Mayntz, Vorsitzender der Bundespressekonferenz, dem Verein der Hauptstadtjournalisten. Die deutsche Demokratie sei „ein ganz besonderes Produkt“, sagte er bei der Eröffnung. „Nicht nur der Bundespräsident sorgt sich sehr um das, was wir als selbstverständlich betrachten, ohne uns dabei vor Augen zu halten, dass sie nicht von alleine gekommen ist und auch nicht von alleine bleiben wird.“ Ohne Qualitätsjournalismus werde es dieses komplexe Produkt Demokratie „verdammt schwer haben“.

Die Band spielte „Münchner Geschichten“

Politische Anspielungen der etwas einfacheren Art konnten sich die Organisatoren bei der Musik nicht verkneifen. Im vergangenen Jahr, kurz nachdem Jamaika gescheitert war, hieß der Eröffnungswalzer „Que sera – was wird sein“. In diesem Jahr spielte die Band: „Münchner Geschichten“.

Ansonsten ging es doch vor allem ums Feiern und Tanzen. Die Bundesminister Hubertus Heil (Arbeit) und Gerd Müller (Entwicklung) flanierten durch die Menge, Hessen Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) freute sich auf einen Abend mit seiner Frau. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau ließen sich Geständnisse zu früheren Studentenpartys entlocken. „Manche sagen, dass ich eher einer der späteren war, die gingen“, meinte Steinmeier und grinste. Auch seine Frau, ebenfalls ganz in Schwarz, musste lachen: „Ja, wir waren schon immer recht spät.“ Den Eröffnungswalzer tanzten sie allerdings pünktlich um 21 Uhr.

Altkanzler freut sich auf Merz

Steinmeiers alter Chef, Gerhard Schröder, präsentierte den Fotografen stolz die neue Gattin, mit der er erst vor sechs Wochen im „Adlon“ die Hochzeit gefeiert hatte. Angesprochen auf seine Ex-Frau Doris Schröder-Köpf, die mit ihrem Lebensgefährten Boris Pistorius, Niedersachsens Innenminister, ebenfalls ins Adlon kam , meinte er lakonisch: „Ich wünsche ihr einen schönen Abend.“ Ansonsten habe er bei der CDU auf seinen alten „Freund und Feind“ Friedrich Merz gewettet. „Vielleicht sollte er sich das eine oder andere Thema noch mal überlegen.“

Von dpa/RND

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