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Panorama Vermisste Susanna tot – Tatverdächtiger wieder freigelassen
Nachrichten Panorama Vermisste Susanna tot – Tatverdächtiger wieder freigelassen
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14:09 08.06.2018
Susanna (14) wurde ermordet: Ali B. steht unter Verdacht, mit dem Verschwinden der Jugendlichen in Verbindung zu stehen. Quelle: dpa/RND-Monatge
Wiesbaden

Die Jugendliche Susanna, die in Wiesbaden vermisst wurde, ist tot. Zwei Männer sollen die 14-Jährige vergewaltigt und ermordet haben. Beide Tatverdächtige sind Flüchtlinge. Einer der Verdächtigen, ein 20 Jahre alter irakischer Flüchtling, ist auf der Flucht – nach Ali B. wird im Irak gefahndet.

Den zweiten Verdächtigen hatte die Polizei zunächst festgenommen. Weil kein dringender Tatverdacht gegen ihn mehr bestehe, wurde der 35-jährige Asylbewerber mit türkischer Staatsangehörigkeit am Donnerstag wieder freigelassen. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler nun durch die Obduktion der Leiche der 14-Jährigen und der Auswertung von DNA-Spuren.

Zwei Wochen war nach Susanna gesucht worden. Ihre Leiche war dann in einem Erdloch in einem schwer zugänglichen Gelände bei Wiesbaden gefunden worden.

Susanna starb bereits am Abend ihres Verschwindens

Die Schülerin wurde erwürgt oder erdrosselt. Es habe eine „Gewalteinwirkung“ auf den Hals gegeben, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Achim Toma. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Mädchen ermordet wurde, um die Vergewaltigung zu vertuschen.

Die 14-jährige Susanna war am 22. Mai von ihrer Mutter als vermisst gemeldet worden. Sie war mit Freunden in der Wiesbadener Innenstadt unterwegs gewesen und abends nicht wie abgesprochen nach Hause zurückgekehrt. Laut Obduktion der Leiche soll sich die Tat bereits am Abend ihres Verschwindens ereignet haben.

Der tatverdächtige 20 Jahre alte Iraker sei vermutlich am vergangenen Donnerstag abgereist, berichtete der Wiesbadener Polizeipräsident Stefan Müller. Die Familie aus Vater, Mutter und sechs Kindern habe zuletzt zusammen in einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden gelebt. Sie sei nach bisherigen Erkenntnissen von Düsseldorf aus nach Istanbul und von dort aus weiter ins irakische Erbil geflogen.

Der 20-Jährige war in diesem Jahr bereits mehrfach polizeilich aufgefallen. Neben Pöbeleien und Prügeleien soll sein Name auch im Zusammenhang mit der Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens aus der Flüchtlingsunterkunft gefallen sein, erklärte der Polizeipräsident. Die Hinweise hätten sich aber nicht erhärten können. Es habe daher keine Gründe für eine Inhaftierung gegeben.

Asylantrag wurde abgelehnt

Der Asylantrag des 20-Jährigen war Ende 2016 abgelehnt worden. Da ein Rechtsanwalt dagegen eine Klage eingereicht habe, laufe das Verfahren noch. Auch der Asylantrag des 35-jährigen Türken von Mitte 2017 sei noch nicht abschließend behandelt worden.

Laut Polizei gab ein 13-jähriger Flüchtling den Ermittlern den entscheidenden Hinweis, den Leichnam zu finden. Demnach habe der Verdächtige B. ihm erzählt, dass Susanna vergewaltigt und getötet wurde.

Susanna soll sich öfter in der Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden-Erbenheim aufgehalten haben und den Bruder des tatverdächtigen Irakers näher gekannt haben, sagte der Polizeipräsident. Demnach hatte Susanna in der Vergangenheit mehrfach die Schule geschwänzt – seit Februar sei sie dort gar nicht mehr erschienen.

Der Zentralrat der Juden zeigte sich tief betroffen über das Verbrechen. „Susanna und ihre Mutter waren bzw. sind Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Mainz“, hieß es in einer Mitteilung. „Wir erwarten von den Strafverfolgungsbehörden eine rasche und umfassende Aufklärung sowie harte Konsequenzen für den oder die Täter. Alle voreiligen Schlüsse oder gar Ressentiments verbieten sich jedoch.“

In Wiesbaden ist die Polizei bei der Suche nach einer 14-Jährigen auf eine weibliche Leiche gestoßen.

Nach längerer Suche fand die Polizei dann am Mittwochnachmittag in einem schwer zugänglichen Gelände bei Wiesbaden-Erbenheim eine weibliche Leiche. In der Umgebung des Ortes hatten die Beamten schon in den Tagen zuvor nach der vermissten Jugendlichen gesucht. Die Ermittler gingen aufgrund der Spuren sofort von einem Gewaltverbrechen aus. Sie wollten aber anfangs nicht bestätigen, dass es sich um die vermisste Jugendliche handelte.

Von RND/iro

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