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Panorama Münzdiebe kamen mit Axt, Keil und Schubkarre
Nachrichten Panorama Münzdiebe kamen mit Axt, Keil und Schubkarre
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15:29 31.03.2017
100 Kilo schwer ist die kanadische Goldmünze „Big Maple Leaf“, die aus dem Bode-Museum verschwunden ist. Quelle: dpa
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Berlin

Die bei einem Millionencoup gestohlene 100-Kilo-Goldmünze aus Berlin bleibt weiter spurlos verschwunden. Die Polizei fragt jetzt in einem Zeugenaufruf, ob irgendjemandem „größere Goldmengen gegebenenfalls in ungewöhnlicher Form“ angeboten wurden. Zum spektakulären Diebstahl waren bis Mittwoch mehr als 20 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. „Wir gehen allen Anhaltspunkten gründlich nach. Bisher sieht es aber nicht so aus, als wäre eine heiße Spur dabei“, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage.

Die Ermittler veröffentlichen außerdem Bilder der Tatwerkzeuge, die die Diebe zurückließen: das Griffstück einer Axt, eine dreiteilige Leiter, eine Schubkarre, einen sogenannten Transporthund (Brett mit Rollen) und einen Türkeil. Nun sucht die Polizei nach den Eigentümern der Gegenstände.

Die Diebe der Zwei-Zentner-Münze in Berlin sind weiter verschwunden. Die Polizei fragt nun die Bevölkerung:Wer kennt diese Werkzeuge?

Unbekannte hatten in der Nacht zum Montag die kanadische Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum entwendet. Sie hat einen geschätzten Materialwert von 3,8 Millionen Euro. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Diebe über eine Leiter in das Museum gelangten und die Münze mit einer Schubkarre abtransportierten, um schließlich mit einem Auto zu fliehen.

Zerschlagen hat sich die Hoffnung, das mögliche Fluchtauto gefunden zu haben. Bei dem ausgebrannten Wagen, der später in einer Tiefgarage im Stadtteil Steglitz stand, habe sich kein Zusammenhang mit dem Münz-Diebstahl im Stadtteil Mitte ergeben, sagte die Sprecherin.

Experten sind sicher, dass sich die außergewöhnliche Münze wegen ihrer Bekanntheit nicht verkaufen lässt. Stattdessen werden die Täter vermutlich versuchen, das massive Stück zu zerkleinern und einzuschmelzen. Deshalb fragt die Polizei, wem „größere Goldmengen gegebenenfalls in ungewöhnlicher Form“ angeboten wurden.

Im Bode-Museum, das zum Weltkulturerbe Museumsinsel gehört, geht derweil der Betrieb wie gewohnt weiter. Über mögliche zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen wollten die Staatlichen Museen zu Berlin keine Auskunft geben. „Wir stehen mit dem Landeskriminalamt und der Berliner Polizei in ständigem Kontakt“, sagt Pressesprecher Markus Farr. „Wir tun alles, um die Ermittlungen zu unterstützen. Zu Sicherheitsfragen haben wir Stillschweigen vereinbart.“

Von RND/dpa/aks

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