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Panorama Polizei findet 100 Kilo Sprengstoff bei 18-Jährigem
Nachrichten Panorama Polizei findet 100 Kilo Sprengstoff bei 18-Jährigem
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16:25 06.01.2017
LKA-Experten transportieren vorsichtig explosives Material ab. Quelle: dpa
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Lauterecken

Sprengstoffexperten haben am Freitag im westpfälzischen Lauterecken mit dem Abtransport von mehr als 100 Kilogramm Explosivstoff aus einem Privathaus begonnen. „Es läuft planmäßig“, sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag. Wie lange die Aktion in dem aus Sicherheitsgründen abgeriegelten Teil des Ortes dauern werde, könne man derzeit aber nicht sagen.

Die pyrotechnischen Stoffe waren im Elternhaus eines 18-Jährigen entdeckt worden. Es wird geprüft, ob er und ein mutmaßlicher Komplize aus Nordrhein-Westfalen einer rechten Gruppierung angehören.

Wurde ein Anschlag geplant?

Aus Sicherheitsgründen brachten die Experten des Landeskriminalamtes (LKA) immer nur kleine Mengen der Substanzen aus dem Keller des Hauses nach oben. Dort wurden die Stoffe in einen Spezialcontainer gepackt und abtransportiert. Die Fachleute trugen nach Angaben einer Polizeisprecherin antistatische Kleidung - damit bei der Arbeit keine Funken entstehen, die das Material entzünden könnten.

Die Explosivstoffe waren vor einigen Tagen gefunden worden. Die Ermittler prüfen, ob der 18-Jährige mit dem 24-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen eine Explosion in Kaiserslautern geplant hat, was beide bestreiten. Sie bezeichnen sich laut Ermittlungsbehörden als Freizeit-Pyrotechniker und wollten das Material angeblich für ein privates Silvesterfeuerwerk nutzen. Beide sitzen inzwischen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Untersuchungshaft. Islamistische Motive schließen die Ermittler aus.

Gegend im Umkreis von 100 Metern gesperrt

Die Materialien aus dem Haus in Lauterecken wurden in einen Container gelegt, der auf einem Autoanhänger befestigt war. „Die werden mit der Unterstützung der Bundeswehr an einer sicheren Örtlichkeit gelagert“, sagte ein Polizeisprecher. Nach seinen Angaben gehören zu den Stoffen Silvesterraketen mit Prüfzeichen, Böller ohne Prüfzeichen sowie selbst hergestellte Sprengstoffe.

In dem Ort mit seinen rund 2000 Einwohnern war die Gegend im Umkreis von 100 Metern um das Haus abgesperrt. 87 Anwohner kamen entweder in einer Schule oder bei Verwandten und Freunden unter oder gingen zur Arbeit. 66 Polizeibeamte, 46 Feuerwehrleute und zehn Mitarbeiter des Rettungsdienstes waren bei klirrender Kälte im Einsatz. „Für die Einsatzkräfte ist es schon eine Belastung“, sagte eine Polizeisprecherin mit Blick auf die Temperaturen, die am morgen bei minus zwölf Grad gelegen hatten.

Von RND/dpa

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